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Frankfurt Unfall bei Geisterfahrt - Radler muss zahlen

Ein Fahrradfahrer war entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs - und verursacht einen Unfall. Er muss Schadensersatz zahlen.

Radfahren in Frankfurt
Diese Herrschaften an der Taunusanlage lassen sich nichts zuschulden kommen. Foto: peter-juelich.com

Fahrradfahren gegen die Einbahnstraße kann teuer werden. Das gilt auch, wenn ein Radler auf einem Fahrradstreifen in entgegengesetzter Richtung unterwegs ist. So droht nicht nur ein Bußgeld, sondern auch eine üppige Schadensersatzzahlung, wenn es denn zum Unfall kommt. Das hat jetzt das Oberlandesgericht in Frankfurt festgestellt.

Konkret ging es um einen Unfall im März 2015. Ein Radfahrer war in der Frankfurter Innenstadt auf einem Fahrradstreifen unterwegs – zwar in moderatem Tempo (zehn bis zwölf Kilometer pro Stunde), aber entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Sprich: Die Autos, die direkt neben ihm fuhren, kamen ihm entgegen.

Ein Fußgänger wollte die Straße überqueren. Den Radfahrer nahm er nicht wahr, denn er hatte offenbar nicht mit Verkehr aus der Gegenrichtung gerechnet. Der Radler konnte nicht mehr bremsen, es kam zur Kollision, bei der der Fußgänger einen Gelenkbruch erlitt. Dafür erhält der Verletzte nun 5000 Euro Schadensersatz.

Besondere Sorgfaltspflicht

Damit sieht das Gericht die Schuld für den Unfall zu 90 Prozent bei dem Fahrradfahrer. Dieser hatte gegen das Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, die das Oberlandesgericht jetzt zurückgewiesen hat. Damit ist die Entscheidung rechtskräftig.

Den Radler treffe eine „gesteigerte Sorgfaltspflicht“, so die Richter. Schließlich sei er als Geisterfahrer unterwegs gewesen. Deshalb habe er nicht damit rechnen dürfen, dass Fußgänger ihn wahrnehmen.

Zwar habe er als Radler an der Kreuzung nach wie vor Vorfahrt gehabt. Um diese wahrnehmen zu können, hätte er aber davon überzeugt sein müssen, dass der Fußgänger ihn auch sieht. Und der Passant müsse eben nicht davon ausgehen, dass jemand den Radstreifen in die falsche Richtung befährt.

Zudem urteilt das Oberlandesgericht, dass der Radfahrer zu schnell unterwegs war. Zwar nicht grundsätzlich, schließlich sind andere Radler durchaus flotter dabei. Weil er aber eben gegen die vorgeschriebene Richtung fuhr, hätte er besonders vorsichtig und damit auch erheblich langsamer agieren müssen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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