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Frankfurt-Seckbach AfD-Wahlkämpfer bedroht Mann mit Waffe

2. UpdateDer „Islamkritiker“ und AfD-Wahlhelfer Zahid Khan zog offenbar im Streit mit einem Mann in Seckbach eine scharfe Pistole.

Polizei
Während des Wortgefechts soll einer der AfD-Wahlkämpfer mit einer scharfen Waffe gedroht haben. Foto: Peter Juelich

Ein Streit zwischen zwei AfD-Wahlkampfhelfern und einem Passanten im Frankfurter Stadtteil Seckbach endete am Sonntagabend damit, dass eine scharfe Schusswaffe gezogen wurde. Die Frankfurter Polizei bestätigte den Vorfall, ohne Angaben zur Identität, der am Vorfall beteiligten Personen zu machen. Jedoch soll es sich - wie beide Streitparteien gegenüber der FR zu Protokoll gaben - bei dem Mann, der die Pistole zog um Zahid Khan, selbsternannter Prophet und Vater der AfD-Direktkandidatin Mary Khan, handeln.

Den groben Ablauf der Auseinandersetzung schildern beide Seiten übereinstimmend. Demnach seien Khan und eine Angestellte seines Verlages gegen 18 Uhr im Stadtteil unterwegs gewesen, um AfD-Flugblätter zu verteilen und die Wahl von Khans Tochter Werbung zu machen. Auf dem Atzelbergplatz trafen sie auf Güven O., der es empört ablehnte, AfD-Material anzunehmen. Anschließend sei es zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen, die sich immer mehr hochschaukelte.

Für die Eskalation der Situation allerdings machen sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich. „Ich habe nicht mehr gesagt als: So einen Nazi-Scheiß brauche ich nicht“, erinnert sich Güven O. im Gespräch mit der FR. Außerdem habe er Khan und seine Begleiterin aufgefordert, das Viertel zu verlassen. Ihr Auftritt diene nur der Provokation der zahlreichen Anwohner mit Migrationshintergrund. Daraufhin sei er von Khan körperlich bedrängt worden und habe diesen deshalb weggeschubst.

Khan und seine Mitarbeiterin Marion Frijette hingegen behaupten, dass Güven O. sie massivst beschimpft, bedroht und Khan mit beiden Fäusten „geboxt“ hätte. Auf mehrere Aufforderungen Abstand zu halten, habe er nicht reagiert, versichert Khan. „Er wollte uns definitiv weiter angreifen“, ist auch Frijette überzeugt. Daraufhin habe Khan die Waffe gezogen, die jedoch gesichert gewesen sei.Güven O. hingegen behauptet, dass Khan die Waffe durchgeladen und direkt auf ihn gerichtet habe.

Die Frankfurter Polizei selbst wollte keine detaillierten Angaben zum derzeitigen Ermittlungsstand machen. Jedoch bestätigte ein Sprecher, dass die Schusswaffe später von dazugerufenen Beamten beschlagnahmt wurde. Sowohl gegen Khan als auch gegen Güven O. wird nun wegen Bedrohung und Körperverletzung ermittelt.

Zahid Khan gilt als eine der skurrilsten Gestalten in der rechten „Islamkritiker-Szene“. In seinen selbstverlegten Schriften berichtet er davon, in geistigem Kontakt mit Gott und dem islamischen Propheten Mohammed zu stehen. Letzterer habe ihm sogar gestanden, den Koran frei erfunden zu haben. Solche Aussagen haben Khan immer wieder Morddrohungen seitens radikaler Muslime eingebracht - und gleichzeitig Bewunderung von Rechts.

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