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Frankfurt Kind und Hunde attackiert

1. UpdateEin Student steht seit Mittwoch wegen mehrerer Attacken auf Kinder und Hunde vor dem Landgericht. Er ist wohl nicht schuldfähig.

Gerichtszentrum Frankfurt
Das Gerichtszentrum in Frankfurt. Foto: Peter Jülich

Ein 29 Jahre alter, aus den USA stammender Student der Wirtschaftswissenschaften steht seit Mittwoch wegen diverser Angriffe auf Menschen und Hunde vor dem Landgericht. Es handelt sich um eine Antragsschrift zur Sicherungsverwahrung – der junge Mann leidet unter paranoider Schizophrenie und ist wohl nicht schuldfähig. Für ihn geht es um eine möglicherweise dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

Sein schlimmster Ausfall war auch sein vorläufig letzter: Im Februar dieses Jahres hatte er beim Verlassen eines Supermarktes, in dem er sich über lange Wartezeiten an der Kasse geärgert hatte, einen ihm entgegenkommenden Kind einen so starken Tritt in den Magen gegeben, dass der Junge kurz das Bewusstsein verlor. Sein Vater tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Zudem soll der Beschuldigte grundlos eine französische Bulldogge getreten und deren Frauchen anschließend mit einem Wetzstein bedroht haben. Schlimmer soll es einem Hundehalter ergangen sein, mit dem der junge Mann in Bockenheim aneinandergeraten war. Nachdem die Kabbelei zwischen Student und Hund eigentlich schon beendet war, soll der Beschuldigte dem Hundehalter von hinten einen Hammer auf den Kopf geschlagen haben. Die Folgen waren vergleichsweise glimpflich.

Ebenfalls ohne Grund soll er eine Frau, die in einem S-Bahnwaggon mit ihm zur Konstablerwache gefahren war, beim Aussteigen plötzlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. „Es war sehr voll, und sie stand mir im Weg – ähnlich, wie es damals in London war“, sagt der Beschuldigte und gibt damit Anlass zur Vermutung, dass dies nicht der erste Fall dieser Art gewesen sein könnte.

Ähnlich auch seine Begründungen bei dem Jungen („Er rannte direkt auf mich zu“), bei den Hunden („Sie haben mich gebissen“) und deren Haltern („Sie haben mich angefasst“). Ansatzweise normal klingt nur seine Erklärung dafür, dass er in seinem Studentenwohnheim mit dem Feuerlöscher gesprüht hatte, bis Polizei und Feuerwehr anrückten: „Ich war betrunken und dachte, das wäre lustig.“

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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