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Frankfurt Brandserie geht weiter

2. UpdateMindestens 200 000 Euro Schaden an Frankfurter Autos, die in Flammen aufgehen.

Brandanschlag auf Auto in Hausen
Brennende Autos sind in Frankfurt nichts Neues: In Hausen ging zuletzt im Dezember ein Fahrzeug in Flammen auf. Foto: Christoph Boeckheler

Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden sind in Frankfurt mehrere Autos in Flammen aufgegangen. In der Nacht zu Dienstag brannten in der Justinianstraße und im Oeder Weg fünf Autos ab. Erst in der Nacht zuvor waren in Bornheim vier Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Es ist bereits die sechste Brandstiftung an Autos seit Anfang Dezember. Im Nordend lag der Schaden dabei aber erstmals im sechsstelligen Bereich, bei rund 200 000 Euro, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Am Morgen ist von den Flammen und dem hohen Sachschaden in der ruhigen Wohnstraße am Holzhausenpark nichts mehr zu sehen. Die Polizei hat die fünf zerstörten oder stark beschädigten Fahrzeuge, zwei Audis, zwei Mercedes und einen VW, zwecks Spurensuche abtransportieren lassen. Zu sehen sind nur noch kleine Pfützen von Löschschaum, Aschereste und Spuren von Bindemittel zur Beseitigung von Kraftstoffen. An der Ecke zur Annastraße repariert ein Trupp Arbeiter einen defekten Hydranten. Mit dem Brandgeschehen hat das nichts zu tun. Die Arbeiter sind erstaunt, als sie erfahren, dass in der Nacht mehrere Fahrzeuge gebrannt haben. „Wohnen hier Politiker?“, fragt einer von ihnen.

Eine Frau kommt mit ihrem Einkaufstrolley vorbei. Sie wohnt in der Fürstenbergerstraße, gut 100 Meter von den Tatorten entfernt. „Ich habe drei Explosionen gehört, davon bin ich auch wach geworden. Es war 2:27 Uhr“, sagt sie. Die Polizei sei dann noch im Holzhausenpark unterwegs gewesen und habe nach den Tätern gesucht, sie selbst hatte von ihrer Wohnung aus den Feuerschein gesehen. „Das war schon heftig gewesen.“ Dass gleich mehrere Autos gebrannt haben, wusste sie da noch nicht.

Selbst ein unmittelbarer Anwohner in der Justinianstraße, dessen Frau die Feuerwehr verständigt hatte, kennt nicht das ganze Ausmaß des Schadens. Am Morgen hat eine Nachbarin bei ihm geklingelt, weil sie auf dem Weg zur Arbeit war und ihr Fahrzeug suchte. „Wir haben vermutet, dass es Dieselhasser sind, denn alle drei beschädigten Fahrzeuge waren Diesel.“ Der Anwohner staunt, als er erfährt, dass sogar fünf Fahrzeuge betroffen waren, zwei weitere im Oeder Weg.

Von den Flammen unmittelbar vor seiner Haustür drehte er ein kurzes Video, das bei der FR online zu sehen ist. Es zeigt, wie die Feuerwehr an mehreren Stellen gleichzeitig gegen die Flammen kämpft. Die Theorie von der Brandstiftung aus Hass gegen Dieselfahrzeuge lässt sich indes nicht halten. Die beschädigten Fahrzeuge im Nordend seien drei Diesel und zwei Benziner gewesen, teilte die Polizei auf FR-Anfrage mit.

Die Polizei verstärkt nun ihre Bemühungen, den oder die Täter zu schnappen. Die vor Monaten eingerichtete Arbeitsgemeinsschaft „AG Holz“, die herausfinden soll, wer den Goetheturm und andere Holzbauten angezündet hat, soll sich nun auch um die Brandstiftungen an Autos kümmern. Ob es einen Zusammenhang zwischen all diesen Bränden gibt, konnte die Polizei nicht sagen.

Unterdessen meldeten sich im Laufe des Dienstags zwei weitere Fahrzeughalter, deren Autos in der Nacht durch Brandstiftung beschädigt wurden. Die Autos waren ebenfalls im Nordend, in der Spohrstraße und in der Kreutzerstraße, geparkt. Auf Höhe der Kreutzerstraße 5 entdeckten die Ermittler zudem einen Brandfleck auf dem Gehsteig und vermuten, dass dort ein weiteres, möglicherweise beschädigtes Auto parkte.

Hinweise nimmt die Polizei unter 069-755 53111 entgegen.

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