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Aus dem Gericht „Stimmen des Teufels“ gehört

In der Antragsschrift beschuldigt die Staatsanwaltschaft einen Mann des zweifachen versuchten Mordes und attestiert ihm paranoide Schizophrenie und akustische Halluzinationen.

Symbolfoto Gericht
Justitia. Foto: Imago

Die Staatsanwaltschaft hat eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren gegen einen 48 Jahre alten Mann erhoben. Er wird des zweifachen versuchten Mordes sowie der schweren Körperverletzung beschuldigt. Der Mann leidet unter paranoider Schizophrenie und akustischen Halluzinationen.

Laut Sprecherin der Staatsanwaltschaft hört der Beschuldigte schon länger „Stimmen des Teufels“ und fühlt sich von einem Schwarzmagier verfolgt. Um diesen Einflüssen zu entgehen, wollte er sich offenbar unbedingt festnehmen lassen.

Am frühen Morgen des 28. Dezember 2017 habe ihm der Teufel, so gab es der Beschuldigte gegenüber der Polizei an, befohlen, „binnen zwei Minuten einen Menschen abzuschlachten“ - andernfalls werde er von zwei Beamten des Bundesnachrichtendienstes exekutiert. Der Mann besorgt sich ein Klappmesser, betritt die Filiale eines Schnellrestaurants im Hauptbahnhof und rammt einem dort wartenden Kunden ein Messer in den Hals. Ein Security-Man versucht, die beiden zu trennen, und wird dabei leicht verletzt. „Ich bin ein Monster und werde nicht aufhören“, brüllt der Mann.

Das tut er auch nicht: Kurz darauf tritt er von hinten an einen 75 Jahre alten Gast heran und sticht, wie die Überwachungskamera zeigt, innerhalb von 70 Sekunden 95 mal auf ihn ein. Der Mann wird bei der Attacke schwerstens verletzt, sein Leben kann durch eine zehn Stunden dauernde Notoperation aber gerettet werden.

Letztlich erreicht der Mann dadurch sein Ziel: Er wird festgenommen. Am Abend zuvor hatte er zu einer Polizistin eine Handbewegung gemacht, die ein Halsabschneiden simulieren sollte. Diese Geste blieb folgenlos.

Ein Termin für den Prozess vor der 22. Großen Strafkammer steht noch nicht fest. 

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