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Amtsgericht Frankfurt Mieter wehrt sich gegen Funkablesung

Ein Mieter der ABG Frankfurt Holding klagt gegen die wöchentliche Auslesung und Übertragung der Messwerte von Heizungs- und Wasserverbrauch. Unterstützung bekommt er von einer Bürgerrechtsgruppe.

Gericht Frankfurt
Schild am Gericht in Frankfurt. Foto: Peter Jülich

Rolf Janßen vom DMB Mieterschutzverein Frankfurt kennt diese Bedenken. „Im digitalen Zeitalter stellt sich häufig die Frage: Wie gläsern ist der Mieter?“, sagt er. Viele Bewohner hätten die Sorge, dass die erhobenen Verbrauchsdaten eben nicht nur für die jährliche Nebenkostenabrechnung, sondern auch für eine Analyse der Wohnsituation verwendet werden könnten. Janßen fordert deshalb: „Diese Bedenken darf man nicht unter den Tisch kehren. Die ABG muss nachweisen, dass der Datenschutz eingehalten wird.“

Junker betont die Vorteile

Die ABG hat einen solchen funkfähigen Wasserzähler gegen den Willen des Mieters in der Kellerwaschküche installieren lassen. ABG-Chef Frank Junker hält etwaige Bedenken jedoch für unbegründet. Funkfähige Zähler würden bei der ABG schon seit vielen Jahren eingesetzt. „Das ist alles völlig unproblematisch“, sagt er. „Die Geräte sind amtlich zugelassen und unterliegen dem Bundesdatenschutzgesetz.“ Junker betont darüber hinaus die Vorteile von funkfähigen Zählern für den Mieter. Bei einer Ablesung durch funkfähige Geräte entfalle der jährliche Besuch eines Ablesers.

Mit der Ablesung der Verbrauchswerte wurde die Firma Ista betraut. Pressesprecher Torben Pfau erläuterte: „Analoge Zähler werden einmal im Jahr vom Ableser vor Ort abgelesen. Mit den Funkzählern lesen wir einmal in der Woche ab. So können wir technische Fehler frühzeitig erkennen und bei einem Mieterwechsel stichtagsgenau abrechnen.“

Auch andere Wohnungsbauunternehmen setzen auf die Funkzähler. Frederik Lang von der Nassauischen Heimstätte sagt: „Bei uns kommen mittlerweile ausschließlich solche Geräte zum Einsatz. Die Ablesung übernimmt ein Tochterunternehmen.“ Nun muss das Amtsgericht entscheiden, ob die Messwerte wöchentlich ausgelesen und übertragen werden dürfen. Ein Urteil könnte weitreichende Folgen haben.

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