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Kommentar zur AfD Einfach rechtsextrem

Von wegen Rechtspopulismus - die AfD vertritt Positionen, die man nur als eines bezeichnen kann: extremistisch.

Bundeskongress der Jungen Alternativen, Jugendorganisation der AfD und Gegendemo, Büdingen, Bild x von 17
AfD-Nachwuchs in Büdingen - wenn sich die Partei „rechts“ oder „konservativ“ nennt, muss es einem um wirklich rechte Parteien leidtun. Foto: Michael Schick

Wer menschenfeindliche Ideologien bekämpfen will, tut gut daran, diese erst einmal als genau das zu benennen. Eine Binsenweisheit, die jedoch gerade im Umgang mit dem sogenannten Rechtspopulismus der AfD bemerkenswert oft in Vergessenheit gerät. Schon der Begriff Rechtspopulismus ist an sich ein doppelter Euphemismus, der dem Welt- und Menschenbild, das diese Partei vertritt, nicht annähernd gerecht wird.

Denn „populistisch“ ist diese Partei nur in ihrer mantraartigen Beschwörung jenes ominösen Volkswillens, den zu vertreten sie wohl wirklich glaubt. Doch das Volk, von dem dieser Wille ausgeht, ist indes ein ziemlich mickriger Haufen: Alles was übrig bleibt, wenn man Migranten (vor allem Muslime), emanzipierte Frauen, selbstbewusste Homosexuelle, Linke, Menschen mit Behinderung und alle anderen abzieht, die AfD-Anhänger und Parteiführung als „nicht normal“ definieren. Es ist ein kleines Volk, dessen Willen die AfD repräsentieren möchte - gerade groß genug, um die geistige Enge, die das Parteiprogramm verströmt, auszufüllen.

Und wenn sich die Partei „rechts“ oder „konservativ“ nennt, muss es einen um wirklich rechte Parteien leidtun. Die AfD kapert zwei Begriffe, ähnlich wie es Salafisten immer wieder versuchen, wenn sie darauf bestehen, dass sie ja nur „Muslime“ wären. Also eigentlich, die einzig wahren Muslime.

Die Kampagne „AfD im Landtag - Wir sagen Nein“, hat zum Auftakt eines klar gemacht: Sie wählt eine deutliche Sprache. Sie will die AfD als das bezeichnen, was sie ist: Eine völkisch-nationalistische Partei, in der Antisemiten ebenso willkommen sind wie Islamhasser. Die Frauen und Homosexuelle wieder an ihren „natürlich Platz“ zurückweisen will. Sprich: An den Herd beziehungsweise in den Schrank. Und die entgegen aller Beteuerungen keinerlei Berührungsängste mit neofaschistischen Gruppierungen wie der Identitären Bewegung hat.

Und die sich - wie sich derzeit in Fulda zeigt - nicht zu schade ist, den Tod eines Asylbewerbers für ihre Zwecke zu missbrauchen. Warum auch nicht? Die Partei kann sich sicher sein, dass große Teile ihrer Anhängerschaft es wohl in erster Linie bedauerlich finden, dass der 19-Jährige Afghane nicht bereits durch Schusswaffengebrauch am Grenzübertritt gehindert wurde.

Die AfD ist eine Partei, die keine Kreide frisst. Sie vertritt Positionen, die man nur als eines bezeichnen kann: rechtsextremistisch. Das immer wieder und in aller Deutlichkeit zu sagen, ist der Anfang allen Widerstands.

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