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Kommentar zum Hessenpark Haltung zeigen

Weil es Flüchtlinge kostenlos reinlässt, bekommt das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach einen „Shitstorm“. Flüchtlinge willkommen zu heißen, widerspricht dem auf Hass gebauten Weltbild der Hetzer. Ein Kommentar.

Einen "Shitstorm" im Netz bekommt das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach. Foto: Rolf Oeser

Exakt 215 532 Menschen haben im Jahr 2015 den Hessenpark besucht. 244 der Besucher, die seit Juni durch das Freilichtmuseum gelaufen sind, waren Flüchtlinge oder ihre Begleiter. Man muss sich diese Zahlen kurz vor Augen führen, wenn nun Tausende gegen den Hessenpark hetzen, ihm antideutschen Rassismus oder „Hochverrat am eigenen Volk“ vorwerfen und Geflüchtete als Schweine, Schmarotzer, Dreckspack beschimpfen.

Nicht, weil Zahlen den Rassismus relativierten – selbst wenn ausschließlich Flüchtlinge in den Hessenpark gingen, rechtfertigte dies keinen Shitstorm. Doch sie verdeutlichen, dass es den Hetzern um eine tatsächliche Benachteiligung ihrer selbst gar nicht geht (Pegida oder die Brandenburger AfD etwa dürften ohnehin selten im Taunus weilen), sondern ums Prinzip: Flüchtlinge willkommen zu heißen, ihnen mit einer menschlichen Geste das Ankommen zu erleichtern, widerspricht dem auf Hass gebauten Weltbild der Hetzer, das durch Fakten kaum zu erschüttern ist.

Damit aber nicht der Hass am lautesten tönt, ist es wichtig, Haltung zu zeigen. Das kann bedeuten, Hetzer anzuzeigen, mit Zweiflern zu diskutieren, sich mit Flüchtlingen zu solidarisieren. Oder aktuell ganz konkret: den Hessenpark zu besuchen.

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