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Kommentar zu G8/G9 Stümperhaft

G8 ist kein Erfolgsmodell, sagt unser Autor.

Ein Drittel der Gymnasien also kehrt zu G9 zurück. Ob das nun eine „Riesenwelle“ ist, wie SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel meint, oder nach Lesart von Kultusministerin Nicola Beer (FDP) ein Indiz dafür, dass der „große Run“ ausbleibt, ist eine Frage der Perspektive. Sicher ist: Dieses Drittel ist erst der Anfang.

Weitere Gymnasien werden folgen. Dafür werden die Eltern nicht nur in Wiesbaden, Darmstadt und Kassel schon sorgen – Städte, aus denen bislang keine Rückkehrwilligen gemeldet sind.

Entwickelt sich der Prozess ähnlich wie bei den Kooperativen Gesamtschulen, die schon länger die Wahl haben, werden am Ende vielleicht 30 Prozent der Gymnasiasten auf dem Turbo-Weg dem Abitur zustreben und 70 Prozent im G-9-Tempo. Man hätte dieses Ergebnis früher haben können. Wenn vor dem Wechsel zu G8 der Gedanke reif gewesen wäre, dass man Schulen, Eltern und Schulträger fragen sollte, was sie für den richtigen Weg für ihre Schülerschaft halten. Statt einen Weg für alle von oben zu verordnen.

G8 ist kein Erfolgsmodell, aber auch nicht komplett gescheitert. Es hätte – angesichts vieler Schulen, die G8 gut umgesetzt haben – mehr Akzeptanz verdient. Und bekommen, wenn es nicht von einer CDU-Landesregierung stümperhaft eingeführt worden wäre. Ebenso stümperhaft, wie sich die CDU-FDP-Regierung jetzt an die Reparatur gemacht hat.

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