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Kommentar Lob der Tarifeinheit

Ohne die Tarifeinheit stellt alle drei Wochen ein anderer Betriebsteil seine Tarifforderungen. Das ist die Lehre, die aus diesem Streik zu ziehen ist.

Arnd Festerling

Der Frankfurter Flughafen steht zwar nicht still, aber er läuft mit halber Kraft. 200 Streikende haben geschafft, wofür abertausende Lärmopfer der neuen Landebahn seit Wochen und Monaten vergebens demonstrieren. Ein Erfolg ist das nicht.

Die klitzekleine Gewerkschaft GdF handelt nach einer schlichten Grundlage des Kapitalismus: Der Preis der Arbeit, die Bezahlung also, richtet sich nach der Nachfrage. Und wenn nun einmal weniger Menschen in der Lage sind, Flugzeuge über einen Flughafen zu lotsen, als, sagen wir, Aktien an der Börse zu handeln, dann sollen diese Lotsen halt auch ordentlich absahnen. So denkt offenbar die GdF und setzt noch einen drauf mit dem Hinweis, die Flugausfälle seien schließlich teurer als ihre Forderungen.

Ungewohnt aus Sicht der großen Gewerkschaften mag sein, dass sie sich nun in einer denkwürdigen Koalition mit den Arbeitgebern finden, in der Forderung nach einheitlichen Tarifen für die Betriebe. Die in ihrer Bedeutung aber auch nicht zu unterschätzen ist. Für die Gewerkschaften eher aus Gründen der Solidarität der Arbeitnehmer, für die Unternehmen aus Gründen der Planbarkeit. Ohne sie, wie im aktuellen Fall zu besichtigen, stellt alle drei Wochen ein anderer Betriebsteil seine Tarifforderungen. Das immerhin ist ein Erfolg dieses Streiks: Nun begreift (fast) jeder, wie wichtig die Tarifeinheit ist.

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