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Kommentar Bier ist dicker als Wasser

Die meisten Studentenverbindungen distanzieren sich nicht – oder nur oberflächlich – von rechtsextremen Burschenschaften.

Man muss Studentenverbindungen nicht sympathisch finden. Wer konservativ-elitäre Männerbünde nicht schätzt, wird wenig Gefallen am Wesen der Korporationen finden. Sie pflegen Rituale, die zumeist ähnlich archaisch ausfallen wie ihre Vorstellungen vom Verhältnis der Geschlechter. Sie haben ihre historische Rolle als völkische Vorhut des Nationalsozialismus fast durchweg nicht aufgearbeitet. Das kann und muss man ihnen immer wieder vorhalten.

Sie deshalb pauschal in die rechte Ecke zu rücken, aber hilft nicht weiter.

Denn das Problem ist ein anderes, weit gefährlicheres: Die meisten Verbindungen distanzieren sich nicht – oder nur oberflächlich – von rechtsextremen Burschenschaften. Man arbeitet in Dachverbänden zusammen, man feiert zusammen: Wer immer eine bunte Mütze trägt, ist unter Korporierten willkommen. Bier, so scheint’s, ist eben dicker als Wasser. Doch genau solche Gleichgültigkeit ist es, die Rechtsextremismus salonfähig werden lässt. Und wenn das im November dann auch noch unter dem Dach einer so honorigen Institution wie der Frankfurter IHK zu geschehen droht, kann es nur eine Lösung geben: Ausladen, aber sofort!

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