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Klinik in Oberursel „Im Kontakt mit Patienten bleiben“

Martin Grabe wird Ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark in Oberursel (Hochtaunuskreis). Sein Vorgänger Arnd Barocka geht in den Ruhestand.

Klinik hohe Mark
Martin Grabe ist bereits seit 25 Jahren an der Klinik in Oberursel tätig. Foto: Michael Schick

Echtes Neuland betritt Martin Grabe nicht, wenn er in wenigen Wochen neuer Ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark wird. Schließlich hat er gerade erst sein 25-jähriges Dienstjubiläum als Mitarbeiter der Einrichtung für psychische Erkrankungen am Oberurseler Ortsrand gefeiert. 

Doch es werden neue Aufgaben auf Grabe zukommen. Dabei gehe es vor allem um Koordinierung und Bürokratie, schildert der 59-Jährige. Er löst den bisherigen Ärztlichen Direktor Arnd Barocka ab, der Ende Mai in den Ruhestand geht. Neu ins Leitungsteam der Klinik Hohe Mark kommt Markus Steffens. Er übernimmt Barockas Chefarztposten in der Psychiatrie. 

Über mögliche Veränderungen in der Organisation der Klinik möchte Martin Grabe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen. Darüber wolle er sich zunächst mit dem neuen Kollegen austauschen. „Ich bin sehr teamorientiert.“

Ohnehin gehe er davon aus, dass sich an seinem Arbeitsalltag nicht allzu viel ändern werde, betont Grabe. So will er weiterhin der Chefarzt der psychotherapeutischen Abteilung bleiben. Und auch seine Funktion als Oberarzt will er trotz seiner neuen Aufgabe fortführen. Dadurch behalte er den direkten Kontakt zu den Patienten. „Das tut mir gut.“ 

Das gilt auch für die Behandlungsmethoden in seiner eigenen Abteilung. Zwar bleibe der tiefenpsychologische Ansatz die Basis, betont Grabe. Doch habe er diesen in den vergangenen Jahren zunehmend durch Gruppentherapieverfahren ergänzt, etwa für Borderline- oder Angstpatienten. „Oft lassen sie sich von ihren Mitpatienten eher etwas sagen als von uns Therapeuten“, hat Grabe festgestellt.

Das nutzt er auch bei Menschen mit Defiziten in sozialer Kompetenz, etwa in Form von Video-Feedback-Gruppen. Dabei reflektieren die Patienten ihr eigenes Verhalten. „Es ist ganz erstaunlich, wie viel Betroffene lernen, wenn sie sich im Film sehen.“ 

Die meisten Menschen, die in der Klinik behandelt werden, leiden unter Depressionen, oft neben weiteren Symptomen. In der Regel sei es möglich, Betroffenen nach ein bis drei Wochen einen Platz zuzuweisen, teilt Kliniksprecher Gottfried Cramer mit. Wenn es um Essstörungen oder eine Traumatherapie geht, könne es aber auch deutlich länger dauern, räumt der Sprecher ein. 

Groß sei auch bereits die Nachfrage in der Mutter-Kind-Abteilung, die im vergangenen Sommer eröffnet worden ist, teilt Martin Grabe mit. Allerdings befinde man sich immer noch in der „Erprobungsphase“. In der neuen Abteilung werden psychisch erkrankte Mütter und ihre Kinder im Alter von bis zu 24 Monaten behandelt. Derzeit könne man erst maximal fünf bis sechs Plätze zur Verfügung stellen. Dabei gehe es auch um die Frage der Kostenübernahme. „Der Bedarf ist in jedem Fall da“, betont Grabe. 

Als Ärztlicher Leiter möchte er sich aber nicht nur um das Wohl der Patienten kümmern, sondern auch um das der Mitarbeiter. Dabei will er vor allem die Burn-Out-Vorsorge stärken. „Großes Engagement birgt auch Gefahren“, warnt er. 

Das Arbeitsklima sei aber auch bislang bereits sehr gut, betont Grabe. Als Beleg führt er das Abschneiden der Klinik Hohe Mark beim bundesweiten „Great Place to Work“- Wettbewerb an. Dort ist sie als einer der besten hessischen Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Zudem habe man bislang auch noch keine größeren Probleme gehabt, geeignetes Personal zu finden, führt Grabe an. Derzeit gebe es zwar eine ganze Reihe freier Stellen. Das liege aber an der erfreulichen Tatsache, dass die Krankenkassen jüngst die Pflegestellen erheblich aufgestockt haben. 

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