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Klimawandel Dem Wald geht es besser

Hessens Bäume trotzen dem Klimawandel, haben aber zu kämpfen, sagt der aktuelle Bericht des Umweltministeriums.

27.10.2017 17:53
Wald in Hessen
Schönes Bild, harte Realität: Der Klimawandel setzt Hessens Wäldern zu. Foto: dpa

Hessens Wald ist trotz spürbarer Auswirkungen des Klimawandels 2017 gesünder geworden. Bei den meisten Baumarten habe sich die Belaubung und Benadelung wieder erholt, erklärte Umweltstaatssekretärin Beatrix Tappeser (Grüne) am Freitag in Wiesbaden bei der Präsentation des Waldzustandsberichts. Vor allem der Gesundheitszustand der älteren Buchen sei besser geworden. Bei älteren Kiefern und Fichten habe es eine stabile Entwicklung gegeben.

„Gerade die alten Baumbestände sind enorm wichtig, um die Gesundheit und die Stabilität des Waldes zu gewährleisten und damit auch den Lebensraum für Pflanzen und Tiere im Gleichgewicht zu halten“, betonte Tappeser. Die Buche ist mit rund 31 Prozent die wichtigste Baumart in Hessens Wäldern, gefolgt von der Fichte mit rund 25 Prozent. Diese beiden Baumarten beeinflussen somit das Gesamtergebnis zum Zustand der hessischen Wälder deutlich.

Die Auswirkungen des Klimawandels seien jedoch stark spürbar, schränkte die Staatssekretärin ein. Der Wald könne als lebendes Biotop zwar auf sich ändernde externe Faktoren reagieren. „Aber so schnell, wie das Klima sich wandelt, so schnell kommt der Wald nicht hinterher.“ Die Periode von Herbst 2016 bis Herbst 2017 sei vielfach zu warm gewesen. Diese Trockenheit habe den Pflanzen zunehmend zugesetzt. Erst hohe Niederschläge im Juli und August hätten eine Dürreperiode verhindert.

In der Rhein-Main-Ebene bleibe die Situation der Wälder gerade bei den älteren Eichen und jüngeren Bäumen dennoch angespannter, berichtete Tappeser. Wegen der Klimaänderungen werde sich die Situation für die Wälder mit ungünstigem Grundwasseranschluss in dieser Region weiter erhöhen.

SDW verklagt das Land

Mit einem speziellen Programm sollen daher in den nächsten Jahren Maßnahmen zur Waldsanierung und zum Waldumbau erfolgen, kündigte die Grünen-Politikerin an. „Der Erhalt und die Sanierung der Wälder im Hessischen Ried sind uns sehr wichtig.“ Erste größere Kulturflächen mit standortgerechten Baumarten sollen noch in diesem Herbst angelegt werden.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Landesverband Hessen warnte eindringlich davor, dass der Wald im Hessischen Ried wegen der Gewinnung von Trinkwasser und der landwirtschaftlichen Beregnung weiter großflächig absterben werde. Deswegen habe die SDW vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt Klage gegen das Land Hessen eingereicht. Die Schutzgemeinschaft wolle mit dem im Sommer erfolgten Schritt erreichen, dass das zunehmende Absterben der Wälder in der Region gestoppt wird, erklärte der Landesvorsitzende Bernhard Klug. (dpa)

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