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Kinderbarometer Hessen Wovon Kinder träumen

Die meisten Kinder in Hessen fühlen sich wohl. Für eine Studie haben Jungen und Mädchen darüber gesprochen, was ihnen Spaß macht und wovor sie Angst haben.

Foto: Quelle: Hessenstiftung

Nehmen wir Jakob, neun Jahre alt. Der findet es toll, dass sein Vater sein Fußballtrainer ist. Lene, 11, macht es Spaß, ihre Freundinnen zu treffen oder zu malen. Und Lukas sagt, er würde gerne mehr Zeit mit seinem Vater verbringen, weil der doch so lang arbeitet und nur abends und am Wochenende Zeit hat. Ach ja, "und dass die Schule später anfängt, wünsche ich mir auch."

Eine Erkenntnis aus der Umfrage: Kinder wollen selbst einmal Kinder bekommen. 66 Prozent sagen danach gefragt Ja, 31 Prozent der Neun- bis 14-Jährigen antwortet mit „Weiß ich noch nicht“, gerade einmal drei Prozent haben sich bereits für ein Leben ohne eigenen Nachwuchs entschieden.

„Ganz wichtig ist den Kindern, dass sie sich später mit ihrem Partner die Arbeit im Haushalt und die Zeit für die Kinderbetreuung teilen“, berichtet Anja Beisenkamp vom Institut Prosoz, das das Kinderbarometer erstellte.

Wie wichtig es ist, Kinder selbst zu fragen, um etwas über ihr Leben zu erfahren, macht Professor Wassilios Fthenakis, der die Studie wissenschaftlich begleitet, an einem Beispiel deutlich. „Wenn Eltern getrennt sind und man fragt, ob der Vater noch zur Familie gehört, sagen die Mütter in nur fünf Prozent der Fälle Ja“, sagt Fthenakis. „Aber 55 Prozent der Kinder.“

Viele klagen über Bauchschmerzen

Insgesamt, so das Fazit der Studie, fühlen sich Kinder in Hessen wohl. Auf einer Skala von 0 bis 7 bekommt der Freundeskreis dabei 6,4 Punkte, dort also fühlen sich die Befragten am wohlsten. Die Familie bekommt 5,9 Punkte, und die Schule immerhin noch 5,2. „Das ist immer noch klar im positiven Bereich“, wie Anja Beisenkamp sagt.

Sieht man sich an, wie oft Kinder über Bauchschmerzen klagen, die mit Stress zu tun haben, scheint sich die Lage allerdings nicht verbessert zu haben. 2009 klagten darüber noch 18 Prozent, nun sind es 27 Prozent. Ob aber der Stress tatsächlich – etwa durch das Turbo-Abitur oder die Präsenz von Krisen überall in der Welt – zugenommen hat oder ob Schmerzen lediglich früher wahrgenommen oder auch nur eingebildet werden, hat die Studie allerdings nicht ergründet.

Verone Schöninger, Vorsitzende des hessischen Kinderschutzbundes, hält die Ergebnisse des Kinderbarometers insgesamt jedenfalls für erfreulich.

Von der Politik allerdings wünscht sie sich, dass die Rechte von Kindern, wie sie in der Konvention der Vereinten Nationen beschrieben sind, wie in anderen Bundesländern geschehen in die Verfassung aufgenommen werden. „Und“, sagt Schöninger, „wir sollten dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche sich dort, wo sie wohnen , wohlfühlen.“

„Da waren wir schon mal weiter“, lautet ihr Fazit.

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