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Kinderbarometer Hessen Kinder sind toleranter

Das Kinderbarometer zeigt in Hessen eine positive Entwicklung. Gesunken ist das Interesse an einer Mitsprache am Wohnort.

Kinder
Kinder beim Toben (Symbolfoto). Foto: Ralf Hirschberger (dpa)

Kinderwünsche sind bunt. Jedenfalls, wenn sie auf Pappkartonwimpeln an der Wäscheleine hängen, wie an diesem Dienstagnachmittag in der Orangerie am Frankfurter Günthersburgpark. Hierhin, in die Räume des Kinderschutzbundes, hat die Hessenstiftung eingeladen, um die Ergebnisse einer breit angelegten Umfrage unter 9- bis 14-Jährigen zu deren Wünschen und Erwartungen vorzustellen.

Einen Vorgeschmack auf dieses „Kinderbarometer“ liefern die Sechstklässler des Frankfurter Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums, die die bunten Wimpel beschrieben haben. Es geht um Mitbestimmung. „Ich will mitbestimmen, wie ich essen will“, steht da, oder „...in welche Schule ich gehe“ und „...wie Spielplätze aussehen sollen“.

Etwas systematischer hat die Hessenstiftung zusammen mit dem Kinderschutzbund und unterstützt von der Landesbausparkasse Hessen-Thüringen den Wunsch nach Mitbestimmung in der befragten Altersgruppe unter die Lupe genommen. Demnach geht es den Kindern am eigenen Wohnort darum, zu ganz bestimmten Themen gehört zu werden. 29 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungen halten die Stadtplanung für besonders wichtig. Oben auf der Liste stehen auch die Spielplatzgestaltung, Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie Umweltfragen.

Doch das Kinderbarometer macht auch deutlich, dass das Interesse nachlässt. Wollten 2011 noch 72 Prozent in ihrer Gemeinde mitreden, gilt dies aktuell nur noch für 54 Prozent. Verone Schöninger, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, forderte die Kommunen auf, die Jungen und Mädchen stärker zu beteiligen, etwa durch die Einrichtung von Kinder- und Jugendparlamenten.

Erfreulich nannte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) die Ergebnisse mit Blick auf das Thema Toleranz. 95 Prozent der 9- bis 14-Jährigen haben der Aussage zugestimmt, jeder Mensch solle so sein dürfen, wie er oder sie ist. Dass sind deutlich mehr als in früheren Befragungen. 71 Prozent finden es gut, wenn Deutschland Menschen in Not aus anderen Ländern aufnimmt. „Toleranz ist die Grundlage der Demokratie und unverzichtbar für ein funktionierendes Miteinander“, sagte Grüttner.

Bedenklich dagegen fand er es, dass nur jedes zweite Kind angab, ein gemeinsames Frühstück in der Familie gehöre zum Alltag. Ein Drittel der Jungen und Mädchen komme sogar ohne Frühstück in die Schule. „Da müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten“, folgerte der Minister.

Erfreulich insgesamt ist sicher, dass sich die weitaus größte Zahl der Befragten gesund fühlen und mit ihrem Leben zufrieden sind. 84 Prozent sagten, es gehe ihnen rundum gut. Das sind noch etwas mehr als vor zwei Jahren. Auch denken sie, dass sie alles haben, was sie brauchen, um ihre Ziele zu erreichen.

Eines dieser Ziele ist ein schöner Beruf. Dabei rangieren Polizist, Lehrer und Arzt ganz oben auf der Wunschliste. Immerhin ein Fünftel hat noch keine Vorstellungen – aber mit gerade einmal 14 Jahren ist da ja auch noch ein bisschen Zeit.

Die gesamte Umfrage steht unter www.kinderbarometer.de.

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