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Kinder unterwegs Hessen hat viele gefährliche Schulwege

In Hessen gibt es etliche Schulwege, die von den Kommunen als „besonders gefährlich“ eingestuft sind. Allein Frankfurt zählt bis zu 20.

SchülerInnen-Menschenkette
2500 Schüler warben im April für mehr Verkehrssicherheit im Frankfurter Nordend. Foto: peter-juelich.com

Kinder leben auf ihren Schulwegen gefährlich. In den vergangenen beiden Jahren nahm die Polizei in Hessen insgesamt fast 500 Schulwegunfälle auf. Das geht aus der Antwort von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf eine FDP-Anfrage hervor. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich spricht von „teilweise erschreckenden Zuständen, die auf hessischen Schulwegen herrschen und von denen uns viele Schülerinnen und Schüler berichten“.

Nach Angaben von Minister Lorz wurden in den Jahren 2015 und 2016 genau 491 Unfälle auf den Schulwegen registriert. Dabei sei ein Mensch getötet worden. 108 Personen seien schwer verletzt worden, 384 weitere leicht. Wie viele der Opfer Schulkinder waren, geht aus der Antwort nicht hervor. Die Zahlen beziehen sich auf die Verletzten und Getöteten bei diesen Unfällen insgesamt.

Gefährliche Schulwege in Frankfurt, Wiesbaden, Marburg und Kassel

In den Städten und Gemeinden gibt es nach Angaben von Lorz etliche Schulwege, die als „besonders gefährlich“ eingeschätzt werden. Frankfurt spreche von „maximal 20“ solchen Strecken, Wiesbaden habe 16 Schulwege als besonders gefährlich eingestuft, Marburg acht und Kassel sechs Straßen.

Im Main-Taunus-Kreis sind vier Schulwege als besonders gefährlich eingestuft, im Kreis Offenbach zwei. Der Wetteraukreis benennt 29 Schulwege, von denen 13 nur für Schüler bis zur Jahrgangsstufe 6, also Sechs- bis Zwölfjährige, als besonders gefährlich eingestuft sind. Nicht alle Kommunen hatten die Fragen des Ministeriums beantwortet. Die Städte und Kreise müssen gefährliche Schulwege ermitteln – nicht nur, um Gefahren möglichst zu vermeiden, sondern auch im Zusammenhang mit der Erstattung von Beförderungskosten. Das Hessische Schulgesetz sieht vor, dass eine Beförderung organisiert und bezahlt werden muss, „wenn der Schulweg eine besondere Gefahr für die Sicherheit und die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler bedeutet“.

Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“

Wie das ausgelegt wird, ist Sache der Kommunen. Lorz stellt fest, dass dadurch „sehr unterschiedliche Bewertungen ähnlicher Sachlagen möglich“ seien. Die Städte und Kreise arbeiteten bei der Einschätzung der Situation eng mit Polizei und Ordnungsbehörden zusammen. Polizei und Straßenverkehrsbehörden tun nach Angaben der Landesregierung viel, um die Gefährdung der Schulkinder zu verringern. So überprüften die Behörden mindestens alle zwei Jahre bei sogenannten „Verkehrsschauen“ die bestehenden Verkehrsschilder, Zebrastreifen und andere Verkehrseinrichtungen oder begutachteten den baulichen Zustand der Straßen.

Außerdem habe das Verkehrsministerium zusammen mit dem ADAC und der Verkehrswacht Hessen in diesem Jahr die Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ ins Leben gerufen. Im Umfeld von Kindergärten und Grundschulen würden die Fahrzeuge durch warnende „Dialog-Displays“ aufgefordert, den Fuß vom Gas zu nehmen.

FDP-Politiker Greilich fragt sich angesichts der Antworten, ob sich das Ministerium nicht stärker für die Sicherheit engagieren kann. Die Schulleitungen bräuchten bei dem Thema Unterstützung vom Kultusministerium.

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