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Kassel Protest gegen rechten Redner

Vor dem Haus der Kasseler Burschenschaft haben rund 60 Menschen gegen den Auftritt des rechtsextremen Publizisten Björn Clemens protestiert.

Björn Clemens
Björn Clemens (Archivbild). Foto: imago

Rund 60 Menschen haben am Samstagabend in Kassel gegen einen angekündigten Auftritt des rechtsextremen Publizisten und Szeneanwalts Björn Clemens protestiert. Unter dem Motto „United against Burschis! Rechte Strukturen entlarven!“ versammelten sie sich vor dem Haus der Burschenschaft Germania, die den 51-Jährigen eingeladen und damit zum wiederholten Mal ihre extrem rechte Ausrichtung deutlich gemacht hatte. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die linke SDS-Hochschulgruppe.

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Burschenschafter Björn Clemens war einst stellvertretender Bundesvorsitzender der „Republikaner“, hat die Partei aber verlassen, nachdem er sich mit seiner Forderung nach einer Annäherung an NPD und DVU nicht hatte durchsetzen können.

Heute ist er unter anderem Mitglied im Bundesvorstand der geschichtsrevisionistischen „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP), die sich insbesondere für Holocaustleugner einsetzt. Er tritt nicht nur vor Gericht regelmäßig als Verteidiger von Neonazis auf, sondern auch als Redner auf rechtsextremen Versammlungen. Daneben veröffentlicht er längliche Traktate und schwülstige Gedichte, in denen er etwa zum nationalistischen „Widerstand“ aufruft oder die rassistischen Übergriffe von Chemnitz als „Notwehr“ verherrlicht.

Ob sein Vortrag in Kassel wie geplant stattfinden konnte, blieb allerdings unklar: Seit dem späten Nachmittag betrat außer einem Mitglied der Studentenverbindung niemand das Haus. Die einzigen beiden Besucher, die im Laufe des Abends auftauchten, machten angesichts von Gegendemonstranten und Presse vor der Haustür kehrt.

Die Kasseler Burschenschaft Germania, in deren Wohnheim auch der Kasseler AfD-Fraktionsvorsitzende Michael Werl mehr als zwei Jahre lang lebte, ist seit langem ein Tummelplatz für Rechtsextreme. Zahlreiche Mitglieder sind durch einschlägige Aktivitäten aufgefallen. Der mittlerweile gestorbene Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger wurde ebenso zu einem Vortrag eingeladen wie der Holocaust-Leugner Horst Mahler. Kürzlich postete der Studentenbund auf seiner Facebook-Seite sogar ein Hitler-Zitat. Vom Verfassungsschutz wird die Germania bislang jedoch nicht beobachtet.

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