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Kartenspiel in Hessen Boskoop gegen Carpentin

Ein neues Quartettspiel zeigt die Vielfalt der alten hessischen Apfelsorten.

Hubert Gloss
Für Hubert Gloss, einem der Spielautoren, erscheint das Spiel gerade rechtzeitig zur Apfelernte. Foto: Christoph Boeckheler

Er ist 1617 entstanden, lässt sich circa 70 Tage lagern, ist auf einer Skala von eins bis zehn mit neun Punkten sehr gefährdet und hat den Verführungsfaktor zehn von zehn – Trumpf. Dabei handelt es sich um den sogenannten Roten Herbstkalvill, eine alte Apfelsorte aus Hessen. Neben 31 anderen Sorten ist er Teil eines neuen Quartettspiels von allesgude.de.

Hier konkurrieren alte Apfelsorten aus der Region um den höchsten Fruchtertrag, die Größe oder Ebbelwei-Tauglichkeit. Die Macher wollten ein lehrreiches und dank der teils witzigen Namen, wie Rheinische Schafsnase, auch ein unterhaltsames Spiel kreieren, das die Vielfalt der Apfelsorten darstellt.

„Wir möchten auch zum Erhalt der Lebensräume beitragen“, sagt Ottfried Schreiter, einer der Spielautoren, „denn auf den Streuobstwiesen leben auch viele Tiere, Steinkäuze, Grünspechte, aber vor allem auch Insekten“. Zudem hätten die alten Sorten auch gesundheitliche Vorteile gegenüber Pink Lady und Co. Sie enthielten mehr sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und mehr Vitamine, erklärt der Pomologe Steffen Kahl, der die Spielentwicklung fachlich unterstützt hat. Sie bieten außerdem den Vorteil, dass auch Apfelallergiker sie oftmals ohne Beschwerden genießen können. „Das liegt daran, dass die alten Sorten weniger Eiweißstoffe unter der Schale und um das Kerngehäuse herum enthalten. Diese Eiweiße ähneln in ihrer Struktur denen in Pollen und lösen bei Pollenallergikern eine Kreuzreaktion aus“, so Kahl.

Rund 1500 Apfelsorten im deutschsprachigen Raum

Auch das genetische Potenzial der alten Sorten ist gigantisch. Neben den wenigen obligatorischen Sorten im Supermarkt, gibt es im deutschsprachigen Raum rund 1500 Sorten. Allein auf den Streuobstwiesen rund um den Lohrberg gebe es circa 100 verschiedene Apfelsorten, schätzt Kahl. Darunter auch der Rote Trierer Weinapfel. Er ist mit Faktor zehn im Quartettspiel der optimale Apfelweinapfel, weil er ein gutes Süß-Säure-Verhältnis habe und viel Saft abgebe.

In dem Spiel wird in Kategorien unterteilt. Da gibt es zum Beispiel den Tafelapfel, der sich gut lagern lässt und roh am besten schmeckt. Die Bezeichnung komme übrigens daher, dass diese Äpfel um das 16. Jahrhundert so wertvoll waren, dass sie am Hofe auf der Tafel ausgestellt wurden, erzählt Kahl. Daneben gibt es noch die Wirtschafts-, Back- und Mostäpfel, sowie Schau-, aromareiche Brenn- und Dörrfrüchte und pomologische Raritäten. Der sehr kleine Carpentin gehört zu letzteren. „Ich kenne nur noch drei reine Altbäume, wo diese Sorte wächst“, sagt Kahl. Dabei veredelt er jeden Apfelwein dank Faktor neun von zehn.

Zu kaufen gibt es das Quartett ab sofort unter www.allesgude.de, im Hessenshop, Kaufhaus Hessen, Main-Äppelhaus, bei Spielwaren Meder in Bornheim und in ausgewählten Buchläden.

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