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Kakao an Schulen in Hessen Milch statt Kakao

Ministerin Hinz reagiert auf die Kritik an der Förderung von gesüßten Produkten an Schulen in Hessen. Statt Kakao soll es Milch geben.

Ein Löffel mit Haushaltszucker liegt auf einem Tisch
Ein Löffel mit Haushaltszucker liegt auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grün) streicht Kakao aus dem Schulmilchprogramm des Landes. Sie reagiert damit auf Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch. Auch der Landeselternbeirat hat sich gegen die Förderung von gezuckerten Milchprodukten ausgesprochen.

Hessen lässt bislang als eines von vier Bundesländern im Rahmen eines EU-Programms neben purer Milch auch Kakao an die Schulen liefern. Die FR hatte am Freitag exklusiv über eine Umfrage von Foodwatch unter den 16 Bundesländern berichtet.

Demnach folgen zwölf Länder der Empfehlung der EU, nur ungesüßte Produkte zu fördern. Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen dagegen nutzen eine Klausel, wonach geförderte Produkte bis zu sieben Prozent Zucker enthalten dürfen.

„Milch ist ein wichtiges Nahrungsmittel“, sagte dazu Landeselternbeiratsvorsitzender Korhan Ekinci auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Der Landeselternbeirat begrüße, dass die Europäische Union und das Land Hessen die Abgabe von Milch an Kinder und Jugendliche unterstützten. „Allerdings sollten die Getränke ausschließlich ungesüßt angeboten werden, ohne Zucker und ohne Zuckerersatzstoffe“, fordert Ekinci. Ähnlich äußerte sich Foodwatch.

Kakao anzubieten sei erforderlich, um das Angebot attraktiv zu erhalten, hieß es dazu bislang aus dem Ministerium. Bei einer Beschränkung auf Milch pur sei ein Rückzug der meisten Schulen und Lieferanten zu befürchten. Diese Befürchtungen würden weiterhin bestehen. Dennoch werde das Land Kakao aus dem Programm nehmen.

Friesland-Campina („Landliebe“), einer der Hauptlieferanten für Schulmilch, verweist in einer Stellungnahme darauf, dass der von ihnen gelieferte Kakao lediglich vier Prozent zugesetzten Zucker enthalte und damit deutlich unter der EU-Vorgabe liege. Zugleich sei Kakao weit beliebter als reine Milch und mache mit 86 Prozent den Löwenanteil der Lieferungen aus – obwohl dieser mit 40 Cent für einen Viertelliter doppelt so viel koste wie die Vollmilch. „Die Schulen nehmen an dem Programm freiwillig teil und können selbst entscheiden, welche Produkte sie anbieten“, erläuterte eine Unternehmenssprecherin. Werde sich Hessen tasächlich dafür entscheiden, nur noch pure Milch anzubieten, „wäre es für uns kaum möglich, den Schulmilchvertrieb aufrechtzuerhalten“.

Dass die Förderprogramme für Milch oder auch Obst und Gemüse wichtig sind, davon ist Elternvertreter Ekinci überzeugt. „Wir sehen, dass die ganze Gesellschaft davon profitiert, wenn wir es schaffen, jungen Menschen eine gesunde Ernährung beizubringen“, sagt er. Gerade auch, weil dies nicht in allen Familien geschehe. „Doch dazu gehört, dass man den Kindern und Jugendlichen klarmacht, dass Zucker nicht zu einer gesunden Ernährung gehört“, betont er.

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