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Insektensterben in Hessen Insektensterben regional unterschiedlich

Die Insekten in Hessen sterben. Das Problem ist allerdings von Region zu Region unterschiedlich. Blumenweiden und Bienenhotels sollen nun helfen. Für einige Tiere könnte es aber schon zu spät sein.

29.07.2018 09:11
Biene im Anflug
Eine Biene fliegt zu den Pollen eines Weidenkätzchens. Foto: Boris Roessler/Archiv

Die Zahl der Insekten schwindet auch in Hessen - die Entwicklung hängt aus Expertensicht aber auch mit der Region zusammen. Während Studien von einem bundesweit dramatischen Rückgang sprechen, gibt es regional deutliche Unterschiede, wie der Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt sagte. „Es gibt nur wenige Arten, die ganz ausgestorben sind. Aber es gibt massive Rückgänge vieler Arten in kleinräumigen Gebieten“, erläuterte Schmitt, der Direktor des Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg ist.

Nicht nur der Einsatz von Pestiziden etwa in der Landwirtschaft, sondern auch der Rückgang blühender Flächen wie Feucht- oder Magerwiesen habe zum Insektensterben in Deutschland beigetragen. Gerade in Gebieten mit Monokulturen seien diese Flächen, auf denen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten ihren Blütennektar und damit ihre Lebensgrundlagen finden, rar geworden. „Eine Wiese muss bunt sein“, so Schmitt. „Sind da nur Gräser, ist es ein Grasacker.“

Gerade nach der Obstblüte werde es mancherorts immer schwieriger für die Insekten, ausreichend Nahrung zu finden. „Mittlerweile ist es so, dass die Bedingungen etwa für Bienen in den Städten besser sind als auf dem Land“, sagte der Senckenberg-Wissenschaftler. Denn auf Balkonen und Terrassen, in städtischen Parks und Grünanlagen finden die Bienen von Frühling bis Herbst Blüten. Auf dem Land sei das nicht mehr unbedingt so. Im Fall von in der Stadt gehaltenen Bienen sei zudem der Honig häufig weniger mit Schadstoffen belastet.

Die Folgen des Insektensterbens bekommen auch die Tiere zu spüren, die weiter oben in der Nahrungskette stehen: Fehlen die Insekten, haben auch Singvögel oder Fledermäuse Probleme, sich zu ernähren und ihre Jungen aufzuziehen.

„Für einige Arten ist es wahrscheinlich bereits nach zwölf“, befürchtet Schmitt unumkehrbare Folgen des Insektensterbens. Blumenwiesen und Insektenhotels könnten aber durchaus lokale Maßnahmen sein, um die Artenvielfalt zu erhalten. (dpa)

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