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Inklusion „Kleine Klassen erhalten“

Der Landeselternbeirat sieht die Inklusion durch das Zusammenlegen von Klassen in Gefahr - und wirft dem Kultusministerium vor, zu wenig Personal zur Verfügung zu stellen.

Schule
Voll werden kann es nicht nur an der Schulgarderobe. Foto: Rolf Oeser

Der Landeselternbeirat fürchtet, mit Start des nächsten Schuljahres könnte sich die Situation für inklusiven Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen verschlechtern. Grund ist das Zusammenlegen von Klassen, bei dem laut Elternbeirat keine Rücksicht auf die Inklusion genommen werde.

Es sei nicht akzeptabel, wenn die Zahl von Schülerinnen und Schülern angehoben werde, obwohl es dort Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gebe. Der Landeselternbeirat wirft dem Kultusministerium vor, keine Rücksicht auf die Inklusion zu nehmen und zu wenig Personal zur Verfügung zu stellen. Konkrete Beispiele aber, wo solche Zusammenlegungen drohten oder bereits erfolgt seien, konnte der Beirat auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau nicht nennen.

„Wir haben keine Erkenntnisse über geplante Zusammenlegungen, von denen Inklusionsklassen betroffen wären“, teilt auch Ministeriumssprecher Stefan Loewer mit. Zudem liege die Verantwortung bei der Schule vor Ort. Die Lehrerzuweisung ermögliche es, bei Bedarf kleinere Lerngruppen zu bilden.

Mehr Personal nötig

Dorothea Terpitz vom Verein „Gemeinsam leben Hessen“ weiß von einem Fall im Main-Kinzig-Kreis, wo eine solche Zusammenlegung drohe. Es handelt sich um eine Grundschule, die bislang vier Parallelklassen hat. „Dort liegt es an einem Schüler mehr oder weniger, ob eine Zusammenlegung erforderlich werden könnte“, berichtet sie. Noch sei unklar, wie viele Kinder für das nächste Schuljahr tatsächlich zu erwarten seien.

Eine der Klassen werde von einem Kind mit Lernhilfe-Förderbedarf und einer sozial-emotionalen Störung besucht. „Die Rektorin hat Angst, dass eine Lehrerin bei einer größeren Klasse, wie sie vielleicht entstehen könnte, die Betreuung nicht mehr leisten könnte.“ Die Möglichkeit, aus den der Schule zur Verfügung stehenden Mitteln eine kleine Klasse zu bilden, sei bei den Schulen meistens nicht sonderlich beliebt, da dies vielfach zulasten anderer Angebote gehe.

„Dieses Dilemma haben wir häufig“, sagt Terpitz, die sich mit dem Verein „Gemeinsam leben“ für die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen einsetzt. Große Klassen will sie als Argument gegen die Möglichkeit von inklusivem Unterricht allerdings nicht gelten lassen.

„Wir als Eltern fordern vor allem, dass es an den Schulen genügend Personal zur Betreuung und Förderung gibt“, sagt Terpitz. Etwa nach dem Beispiel Schleswig-Holsteins: Dort zahlt das Kultusministerium Klassenassistenzkräfte. Das seien zwar keine Pädagogen, könnten die Lehrkräfte aber stark entlasten.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Hessen

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