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Inklusion Hessen Förderschule nimmt Nicht-Behinderte auf

Erstmals hat eine Förderschule in Hessen Kinder ohne Behinderung aufgenommen. Je zwei Lehrer unterrichten eine Klasse und erstellen für jedes Kind, ob mit oder ohne Behinderung, einen individuellen Förderplan.

14.08.2012 16:40
Aktionswoche zu Inklusion in der Frankfurter Römerstadtschule. Foto: Michael Schick

Erstmals hat eine Förderschule in Hessen Kinder ohne Behinderung aufgenommen. Je zwei Lehrer unterrichten eine Klasse und erstellen für jedes Kind, ob mit oder ohne Behinderung, einen individuellen Förderplan.

Erstmals lernen an einer Förderschule in Hessen Grundschulkinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Das Sonderpädagogische Zentrum Sankt Vicenzstift in Rüdesheim-Aulhausen (Rheingau-Taunus-Kreis) eröffnete am Dienstag eine solche Grundschule. In die beiden ersten Klassen gehen 14 Kinder mit Förderbedarf sowie 20 nicht behinderte Schüler, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit.

Üblicherweise verbinde man mit Inklusion, dass Kinder mit Behinderungen in eine Regelschule gehen können, sagte Sozialstaatssekretärin Petra Müller-Klepper (CDU): „Hier wird ein neuer Ansatz verfolgt und an einer Förderschule eine inklusive Grundschule aufgebaut.“ Das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern sei „ein Meilenstein für die Schulentwicklung“, betonte sie. Indem die Vincenzschule aus einer Förderschule eine inklusive Grundschule entwickele, nehme sie eine Vorreiterrolle in Hessen ein.#

Die beiden ersten Klassen der neuen Grundschule vereinten jeweils zehn Kinder ohne und sieben Kinder mit Behinderung, erläuterte die Rektorin Alice Doberschütz. Je zwei Lehrer unterrichteten eine Klasse und erstellten für jedes Kind, ob mit oder ohne Behinderung, einen individuellen Förderplan. Alle Eltern der Kinder ohne Behinderung seien von sich aus auf die Schule zugekommen, sagte Doberschütz. Sie wollten, dass ihre Kinder gemeinsam mit Behinderten aufwüchsen und für ihr soziales Verhalten lernten.

An der privaten Schule am St. Vincenzstift werden bisher insgesamt 320 Schülerinnen und Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, geistigen, körperlichen oder Lernbehinderungen in drei unterschiedlichen Abteilungen unterrichtet. Die inklusive Grundschule ist der vierte Zweig. Die Vincenzschule habe schon etliche Anfragen anderer Förderschulen über Hessen hinaus erhalten, die von der Öffnung lernen wollten, sagte Doberschütz. (dapd/epd)

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