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Im Sauseschritt ins Parlament Angela Dorn - die jüngste Abgeordnete

Die Therapeutin für psychisch kranke Straftäter wechselt den Job. Jetzt will sie sich im Landtag darum kümmern, dass Kinder richtig groß werden.

04.02.2009 16:02
MATTHIAS THIEME
Umwelt, Feminismus und Integration sind Themen, die Dorn interessieren. Foto: Alex Kraus

Am Wahlabend konnte Angela Dorn das Ergebnis kaum fassen: Die sagenhaften 13,7 Prozent für die Grünen machten sie mit 26 Jahren zur jüngsten Abgeordneten im hessischen Landtag. "Ich habe es erstmal nicht richtig realisiert", erzählt Dorn. Dann dämmerte der Marburger Psychologin, dass dieses Ergebnis vieles verändern wird in ihrem Leben.

Bislang arbeitete Dorn, die in Rekordzeit ihr Studium absolvierte, als Therapeutin mit psychisch kranken Straftätern in einer forensisch-psychiatrischen Anstalt in Haina. Besonders gefallen habe ihr an der Tätigkeit, "dass man sieht, was man für die Menschen bewirken kann", erzählt Dorn.

Nun möchte sie vom Landtag aus "die Bedingungen mitgestalten, unter denen Menschen aufwachsen". Dass sie Abgeordnete wird, kam für Dorn zwar überraschend, doch in der Sphäre der Politik ist sie keine Anfängerin. In Marburg saß sie für die Grünen schon im Stadtparlament und sammelte im Schul- und Kulturausschuss Erfahrungen. In der Universitätsstadt an der Lahn war sie die "jüngste Politikerin im Ältestenausschuss" .

Umwelt, Feminismus und Integration sind Themen, die Dorn interessieren. Verwurzelt ist sie in den Bewegungen der Globalisierungsgegner und der Studenten, die gegen Uni-Gebühren kämpfen. Zudem steht sie der grünen Jugend Hessen vor. Warum es sie zu den Grünen zog, kann Dorn mit einem Satz beantworten: "Ich bin in Bayern aufgewachsen und habe unter Stoiber und Kohl meine ganze Jugend verbracht."

Allzu viel Kraft scheint Dorn das CDU-Trauma jedoch nicht geraubt zu haben: Im Sauseschritt absolvierte sie ein soziales Jahr, studierte, reiste durch Südamerika und sitzt jetzt für fünf Jahre im Landesparlament. Und dann? Entweder wieder als Therapeutin arbeiten oder "mit 80 Jahren die Älteste im Ältestenrat des Landtags sein", sagt Dorn und lacht.

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