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Illegaler Verkauf von Hundewelpen in Bad Soden Der kranke Welpe hat’s geschafft

Ursula Wimmers Malteser-Rüde wäre fast an Parvovirose gestorben. Nur eine Notbehandlung konnte ihn retten. Der Händler aus Bad Soden muss zahlen. Er soll illegale Geschäfte mit Hundewelpen getätigt haben.

Krümel
Ursula Wimmer mit Malteser-Rüde Krümel. Foto: Privat

Vor dem Amtsgericht in Königstein hat Ursula Wimmer jüngst im Zivilprozess einen Vergleich geschlossen mit Martin M., dem Bad Sodener Hundehändler, der ihr schreckliche Stunden beschert hat. M. muss der Nürnbergerin die Tierarztkosten ersetzen sowie die Hälfte des Kaufpreises zurückerstatten für ihren Malteser-Rüden Krümel, der als Welpe todkrank wurde und fast gestorben wäre. Insgesamt sind das rund 1500 Euro.

Im Januar 2016 hatte Ursula Wimmer den Hund bei Martin M. gekauft. Die Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen habe sie angesprochen erzählt sie. Martin M. sei vertrauenerweckend gewesen, die Wohnung, in der sie sich mit dem Hundehändler traf, sauber und ordentlich. „Das hat alles auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht.“ Doch schon kurz nachdem sie Krümel in Bad Soden abgeholt hatte, musste Ursula Wimmer den Welpen in eine Tierklinik bringen. Das wenige Wochen alte Tier hatte Fieber, erbrach sich, bekam blutigen Durchfall und wurde total apathisch.

„Die Ärzte haben mir keine große Hoffnung gemacht, dass Krümel überlebt“, erzählt Ursula Wimmer. Die Diagnose: Parvovirose, eine hoch ansteckende und akut verlaufende Infektionskrankheit, die in Deutschland so gut wie ausgerottet ist, und die der Welpe wohl aus dem Ausland eingeschleppt hatte. Jedenfalls sei er höchstwahrscheinlich schon beim Verkauf infiziert gewesen, fand ein Gutachter heraus, den Ursula Wimmer eingeschaltet hatte.

Wie fast alle Hunde, die Martin M. verkauft, hatte Krümel einen in der Slowakei ausgestellten Impfpass. Ursula Wimmer macht sich heute schwere Vorwürfe, dass „ich da nicht genauer hingeschaut habe und total blauäugig war“. Denn der Tierarzt in Nürnberg, zu dem sie Krümel brachte, stellte schnell fest, dass der Welpe laut Impfpass Ende Oktober 2015 geboren und damit noch keine zwölf Wochen alt war, als er über die Grenze gebracht wurde. Die für den Import nach Deutschland vorgeschriebene Tollwutimpfung konnte er damit keinesfalls haben. Krümel wurde nachgeimpft. Gegen das Parvovirus halfen nur schwere Medikamente, die ihm in der Tierklinik über einen Venenkatheter verabreicht wurden.

Mehr als 1000 Euro zahlte Ursula Wimmer für die Behandlung von Krümel und stand Todesängste aus, dass der Welpe die schwere Erkrankung nicht überleben könnte. Am Ende hat es Krümel geschafft. Magen und Darm des Maltesers seien zwar immer noch beeinträchtigt, sagt Ursula Wimmer. Und Krümel sei etwas verhaltensgestört. „Aber sonst ist er fit und munter.“

Der Hundehändler muss zahlen, weil das Gericht Martin M.s Welpenhandel im Internet als „gewerblich“ definiert hat. Für Ursula Wimmer ist das der eigentliche Erfolg. Sie hofft, dass die illegalen Geschäfte des Bad Sodeners nun endlich gestoppt werden.

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