Lade Inhalte...

HSK Wiesbaden Suche nach dem Hygiene-Leck

Vier Wochen brauchen die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden, um zu erklären, wie es in dem Krankenhaus zu Hygienemängeln gekommen ist. Die neun Frühchen sind weiter mit MRSA-Keimen besiedelt.

Die neun Frühchen sind die ganze Zeit isoliert. Foto: Michael Schick

Die neun Frühchen an den Helios-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden sind nach wie vor mit MRSA-Keimen besiedelt. Und noch immer ist die Öffentlichkeit nicht darüber im Bilde, wo sich das Hygiene-Leck in dem Krankenhaus befindet: Zum dritten Mal hat die Klinikleitung jetzt angekündigt, die Ergebnisse der Untersuchungen zu veröffentlichen. Am kommenden Mittwoch oder Donnerstag soll es so weit sein. Vier Wochen wären dann vergangenen, in denen die Bevölkerung im Ungewissen gehalten wurde.

Gleichwohl sah die Stadt am Freitag keinen Anlass, dem Helios-Konzern zu misstrauen. Die Klinikleitung habe „unmittelbar und angemessen“ reagiert, sagte die persönliche Referentin von Stadtkämmerer Axel Imholz (SPD), Gisela Oberkirch, der Frankfurter Rundschau. Auch der Stadt sei an schneller Aufklärung legen. „Wir haben aber nicht den Eindruck, dass hier etwas unnötig in die Länge gezogen wurde.“ Helios habe sich wohl einfach zeitlich verschätzt.

Am 13. Januar hatten die HSK mitgeteilt, dass neun Frühgeborene auf der neonatologischen Station mit den multiresistenten Keimen MRSA besiedelt seien. Sie seien nicht infiziert, ohne „keimbedingte Krankheitssymptome“. Die Eltern seien informiert und in die Hygienevorschriften eingewiesen worden. Um den Verursacher zu finden, würden Eltern und Mitarbeiter durch ein Screening untersucht. Auch im Einsatz befindliche medizinische Geräte würden kontrolliert: „Erste Ergebnisse werden in den nächsten Tagen vorliegen.“ Hessens Sozialminister schaltete sich ein. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte externe Kontrollen. Am 19. Januar teilte die Klinik mit, dass Arne Simon von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut jetzt zwecks Prüfung engagiert worden sei. „Ende der Woche sollen Ergebnisse vorliegen.“

Jetzt, zwei Wochen später, teilt Kliniksprecherin Kirsten Feldmann der Frankfurter Rundschau mit: „Um schlüssig beurteilen zu können, wie es zu der MRSA-Besiedlung gekommen ist und auch eine Bilanz unserer Maßnahmen ziehen zu können, benötigen wir noch die Ergebnisse der Keimtypisierungen.“ Die würden für diese Woche erwartet. „Wir werden nach Erhalt alle Informationen auswerten und planen für Mitte der nächsten Woche ein Pressegespräch.“ Der Zustand der Frühchen sei unverändert. Mehr sagt sie nicht.

Helios steht unter Druck. Einen Tag vor Bekanntwerden der Vorfälle in der Frühgeborenenstation hatte ein Fernsehbericht eines Teams um den Journalisten Günter Wallraff über permanente Unterbesetzung und Dauerstress bei den HSK berichtet. Auch die Sauberkeit in der Notaufnahme wurde kritisiert.

Keine Sorge müssen sich die Wiesbadener Klinikbetreiber bis auf Weiteres um ihr Zertifikat machen, mit dem das MRE-Netzwerk Rhein-Main jene Einrichtungen auszeichnet, die sich durch guten Umgang mit multiresistenten Erregern auszeichnen, zu denen MRSA gehört. „Die Siegel gelten für zwei Jahre“, informiert Netzwerk-Leiterin Ursel Heudorf.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum