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Horst-Schmidt-Kliniken Dick in der Kreide

Schon zweimal haben die Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken 2010 städtische Kredite gebraucht. Es ist nicht besser geworden - im Gegenteil.

10.08.2010 20:55
Von Sabine Müller
Not in Wiesbaden. Foto: Renate Hoyer

Der Verbund duldet keinen Aufschub. Wir haben keine Zeit.“ Deutliche Worte fand Wiesbadens Klinikdezernent Detlev Bendel (CDU), als der Aufsichtsrat der Horst-Schmidt-Klinken (HSK) sich Anfang des Jahres für eine Fusion mit dem städtischen Klinikum Offenbach ausgesprochen hatte. Holger Strehlau, Geschäftsführer der kommunalen HSK, sprach gar vom Tod beider Krankenhäuser, wenn sich die Diskussionen um die Fusion über zwei Jahre ziehen würden.

Tatsächlich steht das städtische Klinikum in Wiesbaden mit seinen 960 Betten und rund 2100 Mitarbeitern finanziell sehr schlecht da. Anfang 2010 standen die HSK mit 53 Millionen Euro bei den Banken in der Kreide.

Und es ist nicht besser geworden. Im Gegenteil. Das Damoklesschwert der Zahlungsunfähigkeit schwebt über dem Maximalversorgungs-Krankenhaus und seinem Geschäftsführer Strehlau. Mitte Juli half Oberbürgermeister und Kämmerer Helmut Müller (CDU) mit einem Kassenkredit aus der Klemme. Der Kredit solle die Liquiditätslage der städtischen Gesellschaft „stabilisieren“ hieß es, und sicherstellen, dass die „Umstrukturierungsmaßnahmen“ umgesetzt werden könnten.

Bereits im März hatte der OB den HSK einen Kassenkredit gewährt – ohne das an die große Glocke zu hängen. Der Kassenkreditrahmen für 2010 soll bei rund acht Millionen Euro liegen. Insgesamt vier Millionen Euro sollen die beiden Tranchen gewesen sein, die das Klinikum der Maximalversorgung abgerufen hat.

Neu ist die finanzielle Misere der HSK mit ihren 25 Abteilungen nicht. Bereits 2007 mussten die Gewerkschaften einem Sanierungstarifvertrag zustimmen, weil die vorangegangenen drei Geschäftsjahre negativ waren. Die damals kanpp 2000 Mitarbeiter verzichteten auf 7,6 Millionen Euro ihres Gehaltes, um ihre Arbeitsplätze zu sichern und der Klinik aus der Patsche zu helfen. Gereicht hat das Opfer anscheinend nicht. Die Krise hält an.

Schon damals aber sprach Strehlau von Kooperationen, die er anstrebe, und nannte das Klinikum Offenbach, aber auch die Frankfurter Clementinen-Kinderklinik oder Wiesbadener Altenheime als mögliche Verbundpartner. Der Geschäftsführer zumindest scheint zu wissen, was er will. So trat Strehlau auch Anfang Juli von seinem Posten als Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) zurück. Die Sanierung der HSK Wiesbaden erfordere seine volle Konzentration und Arbeitskapazität, begründetet er den Schritt. Er wolle sich künftig „in noch stärkerem Maße“ um die Fusion mit dem Klinikum Offenbach bemühen.

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