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Holzweg-Passage in Oberursel Britisches Flair statt Hinterhof

In der Holzweg-Passage in Oberursel soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Damit will die Politik die Stadtmitte aufwerten. Eine Jugendkneipe muss dafür weichen.

Bauarbeiter
Ein Bauarbeiter. (Symbolfoto). Foto: Arnold

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) erhofft sich „eine deutliche Aufwertung für die Innenstadt“. Nachdem das Rompel-Carré mit 28 Wohnungen und Geschäftsräumen in Oberursels Fußgängerzone fertiggestellt ist, soll nun auch möglichst bald in der benachbarten Holzweg-Passage etwas passieren.

Rund neun Millionen Euro will der Investor KSC Wohnbau in die Hand nehmen, um auf dem Areal Holzweg-Passage 3-9 ein neues Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Geplant sind insgesamt 18 Wohneinheiten, im Erdgeschoss sind zudem Räume für Einzelhandel und anderes Gewerbe vorgesehen.

Ursprünglich habe man die Idee gehabt, mehrere moderne Reihenhäuser nach dem Vorbild des Londoner Stadtteils Notting Hill zu errichten, sagte Architekt Jakob Happ nun bei der Präsentation des Projekts. Doch das habe sich wegen der Vorgabe, auch Einzelhandel zu integrieren, nicht realisieren lassen. So soll nun zumindest die Fassade mit vor- und zurückspringenden Erkern ein wenig britisches Flair in die aktuell nur wenig ansehnliche Passage bringen.

Das neue Wohn- und Geschäftshaus soll fünf Geschosse hoch werden. Geplant sind Zwei- bis Vierzimmer-Wohnungen mit Größen von 40 bis 90 Quadratmetern. Im obersten Stockwerk sind zudem zwei bis drei Penthouses vorgesehen.

Was die Wohnungen nach der Fertigstellung kosten werden, könne man derzeit noch nicht beziffern, sagte Wolfgang Barthel, Geschäftsführer bei dem Bauunternehmen Krieger + Schramm, einem der beiden Gesellschafter der KSC Wohnbau. Der andere ist die Frankfurter Steuerberaterin Claudia Caspar.

Jugendkneipe muss weichen

Preiswerter Wohnraum wird an der Holzweg-Passage aber wohl nicht entstehen. Geplant sind ausschließlich Eigentumswohnungen. Zum Vergleich: Im benachbarten Rompel-Carré lagen die Preise bei 5000 Euro pro Quadratmeter.

Unter dem neuen Gebäude ist eine Tiefgarage mit 8 bis 13 Stellplätzen geplant, teilte Jakob Happ mit. Noch ist nicht klar, ob man sie mit einer bereits vorhandenen Tiefgarage in der Nachbarschaft verbinden kann oder einen Autoaufzug installieren muss. Die Abfahrt wäre dann in der Holzweg-Passage.

Die soll durch den Neubau sogar an Breite gewinnen. Das Gebäude rücke ein wenig von der Straße weg, erläuterte Architekt Happ, so dass künftig acht Meter Platz seien. Ziel sei es, durch die Neugestaltung und den Einzelhandel im Erdgeschoss auch mehr Passanten in die Passage zu locken.

Wenn alles glatt geht, soll es mit den Bauarbeiten Ende 2019 losgehen. Den entsprechenden Bebauungsplan haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Nun wolle man möglichst schnell den Bauantrag stellen, kündigte Jakob Happ an.

Die derzeit vorhandene Immobilie soll abgerissenen werden. Früher zeigte darin ein Kino Filme, aktuell befinden sich in dem Gebäude an der Holzweg-Passage noch ein paar gastronomische Betriebe.

Bei jungen Leuten recht beliebt ist die Kneipe „Das Boot“. Man sei in Gesprächen mit Betreiber Michael Thalhofer über einen alternativen Standort, teilte Bürgermeister Brum mit. Es gebe mehrere Ideen, eine Lösung sei aber noch nicht gefunden, räumte er ein.

Krieger + Schramm ist in Oberursel auch an anderer Stelle aktiv. So errichtet das Bauunternehmen an der Geschwister-Scholl-Straße mietpreisgebundene Geschosswohnungen. Außerdem sind in Stierstadt die „Borngrund-Villen“ mit elf Eigentumswohnungen und fünf Büro-Einheiten in Planung.

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