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Hochtaunus Kreis kauft Landratsamt

Der Hochtaunuskreis kauft das Landratsamt in Bad Homburg. Eine breite Mehrheit im Kreistag spricht sich für das 52-Millionen-Euro-Geschäft aus.

Landratsamt Bad Homburg
Die Gebäude an der Ludwig-Erhard-Anlage teilen sich die Kreisverwaltung und die Taunus-Sparkasse. Foto: Monika Müller

Zum 1. Januar wird der Hochtaunuskreis nicht mehr Mieter, sondern Eigentümer des Landratsamts in Bad Homburg sein. Der Kreistag hat am Montagabend grünes Licht für den Kauf der Gebäude an der Ludwig-Erhard-Anlage gegenüber dem neuen Kreiskrankenhaus gegeben. Lediglich die beiden Vertreter der Linken stimmten dagegen.

Der Mietvertrag für die fünf Bürotürme läuft eigentlich noch bis zum 30. Juni 2021, zum Ende der vereinbarten Zeit hatte der Kreis sich ein Vorkaufsrecht gesichert. Das kann Landrat Ulrich Krebs (CDU) nun vorzeitig ziehen. Dadurch werden 47 Millionen Euro an die Gibila Vermietungsgesellschaft „Am Zeppelinstein“ mbH fällig. Inklusive der Grunderwerbsnebenkosten kostet der Deal den Hochtaunuskreis 52 Millionen Euro.

Obwohl ihre Fraktion dem Geschäft letztlich zustimmte, übte Ellen Enslin (Grüne) scharfe Kritik am Vorgehen des Landrats. Der Kreistag habe „im Schweinsgalopp“ über eine so wichtige Entscheidung abstimmen müssen und als Grundlage nur „eine Schmalspurvorlage“ erhalten, monierte Enslin, die im Januar bei der Landratswahl gegen Krebs antritt. Zudem sei die Behauptung, der Kreis könne durch den vorzeitigen Kauf des Landratsamts eine Menge Geld sparen, nicht haltbar. Lediglich nach 30 Jahren ergebe sich ein „kleines Plus von 17 000 Euro“ rechnete Enslin vor. Krebs hatte einen Gewinn von 3,1 Millionen Euro bis 2021 in Aussicht gestellt.

Der dritte Landratskandidat Holger Grupe (FDP) wollte in die Kritik Enslins nicht einstimmen. Zwar habe die Vorlage auch aus seiner Sicht „Fragen offengelassen“. Doch entscheidend sei, dass der Kreis sich durch einen schnellen Kauf die aktuell günstigen Zinsen sichern könne.

Auch die AfD bescheinigte dem Landrat, ein gutes Geschäft ausgehandelt zu haben. „Der Kauf lohnt sich unter dem Strich“, befand Andreas Sell. Und die geplante Finanzierung über 30 Jahre sei ebenfalls „sehr vernünftig“.

„Große Bedenken“ äußerte hingegen Werner Frey (Linke), der auf mögliche Folgekosten bei einer Sanierung der 20 Jahre alten Gebäude hinwies.

Insgesamt befinden sich an der Ludwig-Erhard-Anlage sieben Bürotürme. Fünf belegt die Kreisverwaltung; die beiden anderen hatte die Taunus-Sparkasse bereits Anfang des Jahres gekauft.

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