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Hochschule Darmstadt Feiern mit weniger Abfall

Die Hochschule Darmstadt vermeidet beim Campusfestival Müll. Das Konzept dafür hat ein Student erarbeitet.

Die Bilder der der mit Müll übersäten Partymeile nach dem Schlossgrabenfest sind noch deutlich in Erinnerung, da kündigt sich mit dem Heinerfest das nächste Großevent in Darmstadt an. Doch auch im kleineren Rahmen wird gefeiert und dadurch Müll produziert – wie etwa gestern beim Campustfestival der Hochschule Darmstadt mit rund 2000 Besuchern.

Doch hier beschreitet man erstmals neue Wege der Müllvermeidung und der Abfalltrennung. Das Konzept dafür geht auf die Bachelorarbeit von Alexander Merz zurück, der im Studiengang Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft zum ersten Abschlussjahrgang gehört.

Standbetreiber freuen sich

Mehr als 80 Kilogramm Müll hat der 27-Jährige dafür voriges Jahr nach dem Festival analysiert. „Viel biologischer Abfall, viele Pappteller waren drin“, sagt er. Aber vor allem fielen ihm die zahlreichen Einweg-Apfelwein-Dosen auf.

Merz leitete verschiedene Schritte ab, die nun größtenteils umgesetzt wurden: An Müllinseln können die Besucher ihren Abfall nach Bio, Restmüll, Glas und Plastik sortieren. Der Verkauf von Einweggetränkedosen wurde untersagt, ebenso das Mitbringen eigener Getränke und Speisen. Pappteller und Plastikbesteck gehören der Vergangenheit an: Es gibt Porzellanteller und Metallbesteck, beides wird in einem separaten Spülwagen gereinigt.

„Voriges Jahr hatten wir Bambusgeschirr“, sagt Melissa Killet vom Studierendenwerk, die an einem Waffelstand mitarbeitet. Die Mülltrennung und -vermeidung findet sie gut. Mehr Aufwand habe sie nicht, denn das verschmutzte Geschirr wird an einem separaten Stand abgegeben und ihr dann gereinigt zurückgebracht. Für Getränke müssen sich die Besucher gegen einen Euro Pfand Plastikbecher holen; auch die werden separat gespült.

Am Stand von „Fräulein Zuckertopf“, die Kuchen und Kaffee verkauft, ist die Freude groß. Zwar legt Inhaberin Tina Spinnler schon immer Wert auf Nachhaltigkeit und verwendet am liebsten Porzellangeschirr, doch diesmal bekommt sie es gestellt und muss nicht selber spülen.

Seit fast fünf Jahren forsche man an der Hochschule darüber, wie sich Müll zusammensetze und wie man Plastik vermeiden könne, sagt Iris Steinberg, Professorin für Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft. Sukzessiv soll die ganze Hochschule auf das neue System umgestellt werden. „Derzeit werten wir mit einem Kurs die Mensaabfälle aus.“

Alexander Merz sagt, seine Studienarbeit habe auch ergeben, dass unter den Studierenden eine große Bereitschaft bestehe, Müll zu vermeiden. „Das ist das Mindeste, was man tun kann“, findet Soziologiestudentin Yvonne Fleischer, die zum Feiern aus Frankfurt gekommen ist. Der Veranstalter des Campusfestivals, Christian Jung, der auch die Nacht der Clubs organisiert, ist durch Merz‘ Arbeit auf die Thematik aufmerksam geworden und hat die Ideen gleich aufgegriffen. „Ich will anregen, das Konzept bei anderen Veranstaltungen zu adaptieren“, sagt er. Vorteile sieht er auch durch die Vermeidung von Gefahren durch Glasscherben.

Das Projekt solle auch „ein Signal nach außen sein“, sagt Organisatorin Christine Haller. Und Carolin Banasek-Richter von der Abteilung Sicherheit und Umwelt ist sicher, dass man das Konzept auch anderswo anwenden kann. „Die Feste unterscheiden sich nicht grundsätzlich.“

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