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Hitze in Hessen Grillverbot und Hitzewarnung

Die Hitze hat Hessen fest im Griff. Das Sozialministerium ruft die Hitzewarnstufe 2 aus und rät der Bevölkerung, sich in kühlen Räumen aufzuhalten. Für Frankfurt und Umgebung gilt ein Grillverbot.

Sommerhitze in Frankfurt
Jungen Menschen erfrischen sich am Brunnen auf dem Walther-von-Cronberg-Platz in Frankfurt. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Die Freibäder sind überfüllt, Chefs fordern ihre Mitarbeiter auf, auf Sakko und Krawatte zu verzichten, und manch einer fragt sich, ob der Jahrhundertsommer 2003 bereits jetzt seinen Titel an den Sommer 2018 abgeben muss. Die Hitze hat Hessen fest im Griff. Und es wird und wird nicht kühler.

Wer plante, am Wochenende auf einem öffentlichen Platz zu grillen, hat Pech gehabt. In Frankfurt und im Taunus ist das Grillen bis auf Weiteres verboten. Grund ist die hohe Waldbrandgefahr. Das hessische Umweltministerium hat die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. „Wegen der anhaltenden Hitze und großen Trockenheit kann jeder Funke einen verheerenden Brand auslösen“, teilte das Frankfurter Grünflächenamt am Donnerstag mit.

 
In Idstein sagte der Krisenstab der Stadt den für Donnerstag geplanten Alteburger Markt ab. Nachdem am Mittwoch in unmittelbarer Nähe zum Festgelände ein 20.000 Quadratmeter großer Acker in Flammen gestanden hatte, sei die Sicherheit der erwarteten 35.000 Besucher nicht mehr zu gewährleisten, sagte Bürgermeister Christian Herfurth.

Dabei sieht sich Hessen gerüstet, sollte es zu einem großflächigen Waldbrand kommen. Wie Innenminister Peter Beuth (CDU) berichtete, wurde die Feuerwehr mit 400 sogenannten Waldbrandlöschsets ausgerüstet. Diese bestehen aus kleinen Löschgeräten und tragbaren Wasserrucksäcken. Zudem würden im Ernstfall die Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach abheben. Die Helikopter könnten mit Behältern ausgestattet werden, die bis zu 2000 Liter Wasser fassen.

Tatsächlich war es in den vergangenen Tagen oft nirgendwo in Deutschland heißer als im Rhein-Main-Gebiet. Am Montag (32,7 Grad) und am Mittwoch (37,1 Grad) war die Wetterau-Stadt Bad Nauheim der bundesweit wärmste Ort.

Das hessische Sozialministerium hat am Donnerstag die Hitzewarnstufe zwei ausgerufen. Diese wird erreicht, wenn die Temperaturen an vier aufeinanderfolgenden Tagen bei gefühlten 32 Grad liegt. Minister Stefan Grüttner (CDU) wandte sich am Donnerstag an die Bevölkerung: „Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen Sie sie erst nachts zum Lüften.“ Darüber hinaus sollten die Menschen vor allem leichte Speisen essen und: trinken, trinken, trinken. Besonders gefährdet seien alte und pflegebedürftige Personen.

Allerdings scheinen die meisten Menschen recht gut mit der Hitze klarzukommen. Das Frankfurter Uniklinikum teilte auf FR-Anfrage mit, es würden wegen der Hitze nicht signifikant mehr Patienten aufgenommen als üblich. Die Hinweise zum Umgang mit hohen Temperaturen würden offenbar ernstgenommen. Folglich steigt auch der Wasserverbrauch. Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet nutzen am Mittwoch 370.000 Kubikmeter Wasser – so viel wie an keinem anderen Tag in diesem Jahr. 

In Frankfurt bittet die Stadt die Bürgerinnen und Bürger um Hilfe bei der Bewässerung von Bäumen. Dabei gelte: „Lieber einmal in der Woche richtig durchdringend wässern als täglich eine Kanne.“ Ein junger Baum könne gut und gerne 150 Liter Wasser vertragen.

Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) forderte ein Umdenken bei der Gestaltung der Plätze und Wohngebiete. „Vom Grün her planen, vom Grün her denken“, sagte sie der FR, sonst gingen Wetterlagen wie diese zu Lasten der Gesundheit. Die Stadt sei dabei, versicherte Mark Gellert, Referent im Planungsdezernat. Schon heute sei Grün fester Bestandteil neuer Baugebiete. 

„Der nächste Sommer kommt bestimmt, und er wird nicht viel anders als dieser“, sagte Heilig, die am Donnerstag in Frankfurt-Seckbach eine mobile Wand voller Pflanzen mit davor stehenden Bänken aufstellen ließ. Dieser Sommer ist allerdings noch längst nicht vorbei. „Diese Hitzewelle könnte historische Dimensionen annehmen“, sagte Meteorologe Dominik Jung. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Heiße Zeiten

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