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Hessischer Rundfunk Ärger um getauschte hr-Frequenzen

Der Hessische Rundfunk hat plötzlich einige seiner Frequenzen getauscht: In Nord- und Mittelhessen läuft der Radiosender hr-Info auf der ehemaligen hr2-Frequenz, in Südhessen der Jugendsender you fm. Die privaten Radiosender sind verärgert.

13.02.2013 20:43
Grete Götze
Hessischer Rundfunk Foto: HR

Der Hessische Rundfunk hat plötzlich einige seiner Frequenzen getauscht: In Nord- und Mittelhessen läuft der Radiosender hr-Info auf der ehemaligen hr2-Frequenz, in Südhessen der Jugendsender you fm. Die privaten Radiosender sind verärgert.

Der Hessische Rundfunk (HR) hat seit Montagnachmittag Frequenzen seiner Kulturwelle HR2 umgewidmet. In Nord- und Mittelhessen läuft künftig der Radiosender HR-Info auf der ehemaligen HR2-Frequenz, in Südhessen der Jugendsender you fm.

Die Frequenz-Verschiebung „im Handstreich und eine weitere Kommerzialisierung der HR-Wellen“ empört den Programmdirektor von FFH, Hans-Dieter Hillmoth. Er fordert die Staatskanzlei auf, diesen Schritt zu prüfen. „Wenn schon viele Bürger und Institutionen mit der neuen Haushaltsabgabe zur Kasse gebeten werden, kann es nicht angehen, dass der HR immer mehr seine klassischen öffentlich-rechtlichen Aufgaben vernachlässigt“, findet der FFH-Geschäftsführer.

Auch die Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen), die unter anderem die Sender FFH, Radio Bob, Radio Energy Rhein-Main und Klassikradio vertritt, ist verärgert über die überraschende Frequenzen-Verschiebung. Von ihr hat sie zwei Stunden nach der Veröffentlichung auf der Online-Seite des HR erfahren. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt und haben der Staatskanzlei unsere Rechtsposition mitgeteilt“, sagt Joachim Becker von der LPR. Mit diesem Vorgehen habe der HR gegen die jahrzehntelange Praxis verstoßen, auch das Deutschlandradio und die LPR frühzeitig über Veränderungen zu informieren. „Für neue Programme können die alten Zuordnungsregeln nicht außer Kraft gesetzt werden, das sieht die Rundfunkordnung so nicht vor“, sagt Becker.

Runder Tisch mit allen Parteien

Das sieht Tobias Häuser vom HR anders. „Der HR ist berechtigt, die hier fraglichen Frequenzen mit anderen Programmen zu belegen.“ HR2 hat seine Frequenz einst von der damaligen Bundespost zugeteilt bekommen. Seit 1988 gibt es das Hessische Privatrundfunk-Gesetz. Es besagt, dass alle Frequenzen in einem Zuordnungs-Verfahren an die Bedarfsträger, also die Sender, vergeben werden.

Regierungssprecher Michael Bußer bestätigte der FR, dass es in der kommenden Woche einen runden Tisch mit allen Parteien geben werde. „Aber nach unseren derzeitigen Informationen handelt es sich um Altfrequenzen. Das darf der HR.“

Hintergrund ist, dass HR2 sehr starke Frequenzen hat, während you fm und HR-Info nicht überall gut zu empfangen waren. Die Umwidmung auf UKW könnte zur Folge haben, dass einige Hörer nun HR2 per Satellit, Internet, Kabel oder Digitalradio hören müssen.

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