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Hessischer Gründerpreis Mutige Unternehmer

Rund 80.000 neue Firmen sprießen jedes Jahr in Hessen aus dem Boden. Drei herausragende Gründer, Monika Huft, Thomas Franke und Thomas Pelczer wurden jetzt mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet.

12.11.2012 22:12
Peter Dietz
Gewinner in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“: Thomas Franke (Mitte) mit Laudator Frank Martin von der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur (rechts). Foto: Peter Jülich

Hessens Beste sind gekürt. Die Sieger beim diesjährigen Gründerpreis sind: Monika Huft aus Hatzfeld in der Kategorie „Mutige Gründung“, Thomas Franke aus Bad Arolsen in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ und Thomas Pelczer aus Dautphetal in der Kategorie „Innovative Gründung“.

Die Hotelfachfrau Monika Huft überzeugte mit ihrem Mut. Ihre Firma „Gastronomie mit Herz“ schult ungelernte Servicekräfte und organisiert private wie betriebliche Feiern. Ihr Motto: Der Gast soll sich rundum wohlfühlen, nicht nur Gaumen und Magen wollen verwöhnt werden. Monika Huft sei ein gutes Beispiel dafür, wie man sich als Frau nach einer Familienpause durch Existenzgründung selbst einen sicheren und befriedigenden Arbeitsplatz schaffen kann, lobte die Jury.

Vom Sanierungsfall zum profitablen Unternehmen

Thomas Franke übernahm den angeschlagenen väterlichen Maler-Betrieb und baute ihn aus. So können die Kunden mehrere verwandte Gewerke aus einer Hand buchen. Die Jury urteilt: Mit dem erweiterten Angebot habe Franke die neue Firma binnen Kurzem vom Sanierungsfall zum profitablen Unternehmen machen können. Heute beschäftigt die Firma 25 Facharbeiter, zehn Azubis und fünf Büromitarbeiter.

Thomas Pelczer simuliert mit seiner Firma Revocad vor dem Bau von Lüftungsgeräten deren Luftströme in Räumen am Computer. So lassen sich mögliche Zugerscheinungen schon im Vorfeld sichtbar machen und verhindern. Auch störende Hindernisse wie Lampen lassen sich ausmachen. Die Jury kam zu dem Schluss: Franke habe an seine kleine, aber höchst innovative Neuerung in einem schwierigen Marktumfeld geglaubt. Er sei inzwischen so erfolgreich, dass er darüber nachdenke, die zweite Investitionsrunde einzuleiten und einen ersten Mitarbeiter einzustellen.

Neun von 90 Firmen hatten es ins Finale des Wettbewerbs gebracht. Jeweils eine von ihnen stand in den drei Kategorien am Ende des langen Auswahlprozesses als Sieger fest. Gewählt wurden die Gewinner am Montag von den rund 200 Besuchern der Fachtagung Gründertage Hessen in Offenbach.

Öffentliche Anerkennung als Nutzen

Gründergeist sei unerlässlich für eine vitale Ökonomie, sagte Wirtschaftsminister Florian Rentsch. „Gründer treiben den Strukturwandel an, schaffen Wachstum und Beschäftigung.“ Mit rund 80.000 neuen Firmen pro Jahr nehme Hessen auf diesem Gebiet eine Spitzenstellung ein. „Ich freue mich über so viel unternehmerischen Mut“, sagte Rentsch.

Der Hessische Gründerpreis, der zum zehnten Mal vom Initiativkreis Hessische Gründertage ausgelobt wurde, ist nicht dotiert. Der Nutzen für die Teilnehmer bestehe vielmehr in der öffentlichen Anerkennung und dem Zugriff auf das Netzwerk der Gründertage, sagt Bernd Curtius vom Initiativkreis Gründertage Hessen. Die Gewinner der vergangenen Jahre hätten etwa infolge der Berichterstattung mehr Aufträge verzeichnen können. Der Hessische Gründerpreis hebe sich von anderen Wettbewerben dadurch ab, dass er ausschließlich erfolgreiche Gründungen auszeichne, sagt Curtius. Im Fokus stehe deshalb nicht der Businessplan, sondern die Praxis am Markt. Der Preis diene dazu, vorbildliche Unternehmen bekannter zu machen.

In diesem Jahr haben sich 90?Existenzgründer und Jungunternehmer beworben, 36 kamen in das Halbfinale. Alle 90 Bewerber zusammen haben knapp 530?Jobs geschaffen.

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