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Wilhelm Kanther Ein korrekter Beamter

Der Jurist gehört zu den wichtigsten Beamten im hessischen Innenministerium: Er ist unter anderem auch als Landeswahlleiter und für die Organisation der Landtagswahl zuständig.

Wilhelm Kanther
Der Landeswahlleiter Wilhelm Kanther ist für die Organisation der Landtagswahlen zuständig. Foto: Chris Hartung

Meistens bewegt sich Wilhelm Kanther im Hintergrund, doch der Jurist gehört zu den wichtigsten Beamten im Innenministerium. Seit der Landtagswahl war der Sohn des früheren Bundesinnenministers Manfred Kanther (CDU) so häufig im Vordergrund wie nie zuvor.

Der 53-jährige Leiter der Rechtsabteilung von Innenminister Peter Beuth (CDU) amtiert auch als Landeswahlleiter. Er war für die Organisation der Landtagswahl zuständig, bei der es etliche Pannen gegeben hat.

Als Kanther die Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz darüber informierte, machte er nebenbei deutlich, dass andere Personen weite Teile der Verantwortung trügen. Mitgebracht hatte er die Leiterin des Statistischen Landesamts, Christel Figgener. Ihre Behörde war für das Computersystem „Wahlweb Hessen“ zuständig, das am Wahlabend fast zwei Stunden lang nicht richtig funktionierte. Zudem verwies Kanther auf die Verantwortlichen in Frankfurt, wo deutlich mehr Ungereimtheiten auftraten als andernorts.

Wilhelm Kanther, der stets im korrekten Anzug mit Hemd und Krawatte erscheint, leitete am Freitag nüchtern die öffentliche Sitzung des Landeswahlausschusses und verlas stoisch Kolonnen von Zahlen.

Als Journalisten danach fragten, welche Regierungskoalitionen nach dem Ergebnis möglich seien, antwortete Kanther kühl: „Die politischen Optionen blende ich bei meiner Aufgabe aus. Meine Aufgabe ist es, zu einem Ergebnis zu kommen.“

Der frühere Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte Kanther 2012 vom Regierungspräsidium Darmstadt ins Ministerium geholt. Rhein wollte nach dem Auffliegen des NSU-Skandals den Verfassungsschutz neu ausrichten. Kanther leitete dieses Projekt. Im November 2017 sagte er dazu im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags aus. Es sei nötig gewesen, die Behörde „operativ“ auszurichten, damit sie auch Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen ziehe. „Das war nicht der Geist des Verfassungsschutzes früher“, stellte Kanther als Zeuge im Ausschuss fest.

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