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Landtagswahl in Offenbach Wohnungsnot in der Einflugschneise

Die immer weiter steigenden Mieten in Offenbach werden vor der Landtagswahl zum Wahlkampfthema. Der Fluglärm ist es schon lange.

Bauen in Offenbach
Überall in Offenbach wird gebaut ? nur geförderter Wohnraum entsteht kaum. Foto: Monika Müller

Der zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach (BIL), Thomas Hesse, stellt Al-Wazir kein gutes Zeugnis aus: Am Ende dieser Legislaturperiode stünde beim Thema Fluglärm ein „relativ mageres Ergebnis“, findet Hesse. Weder die eingeführten „Lärmobergrenzen“ noch das zurzeit eingeschränkte „Lärmpausenmodell“ hätten zu einer „spürbaren Entlastung“ in Offenbach geführt. Positiv bewertet die BIL die Ausstattung von Lufthansa-Flugzeugen des Typs A320 mit Wirbelgeneratoren, wodurch laute Pfeiftöne in der Einflugschneise reduziert werden konnten. Al-Wazir entgegnet Kritikern bei dem Thema stets, dass es nicht die Grünen waren, die „die Nordwestbahn gebaut haben“ – er versuche nun aber, „die Auswirkungen zu begrenzen“.

Al-Wazir unterstützt auch eine Forderung, die unter anderem Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) vertritt: Die Stärkung des ÖPNV durch Einrichtung der Südtangente – einer Verbindung von Hanau über den Offenbacher Hauptbahnhof zum Flughafen und nach Mainz.

Auch Markus Weinbrenner, IHK-Hauptgeschäftsführer in Offenbach, unterstützt das Vorhaben – er findet aber auch den Ausbau der A3 zwischen Offenbach und Hanau wichtig. Weinbrenner weist zudem darauf hin, dass die IHK bis 2030 von 22 500 fehlenden Fachkräften in Stadt und Kreis ausgeht. Deutlich ist das schon jetzt in den Offenbacher Kitas zu spüren: Etliche Stellen dort sind vakant, weil Erzieher fehlen.

Ein weiteres Thema, das in der von Menschen aus 158 Nationen bewohnten Stadt diskutiert wird, ist freilich die Flüchtlingspolitik. Dagegen, dass Hessen nach Afghanistan abschiebt, gibt es dort Protest: Die Abiturientin und Trägerin des städtischen Integrationspreises, Hibba Kauser, organisierte mit Unterstützerinnen eine Demo und sammelte 53 000 Unterschriften. Da Afghanistan „immer noch kein sicheres Land“ sei, fordert sie die Landesregierung auf, nicht mehr dorthin abzuschieben und allen Geflüchteten hier „Chancen“ zu bieten.

Einen kleineren Wunsch hat der Vorsitzende des lokalen Ausländerbeirats, Abdelkader Rafoud. In seinen Augen wäre es eine große Entlastung, wenn die Stadt mit Landesmitteln durchgeführte Integrationsprojekte nicht kofinanzieren müsste, was immer wieder der Fall ist. Die Finanzen der Stadt sind auch Stefan Grüttner wichtig: Er betont, dass das Land „bei der Entschuldung“ Offenbachs helfe, „damit wieder Spielräume entstehen“.

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