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Landtagswahl in Hessen „Wer AfD wählt, bekommt Rot-Rot-Grün“

Die Landtagswahl am 28. Oktober in Hessen wird für die CDU schwierig. Ministerpräsidenten Volker Bouffier wirbt in Frankfurt mit Motivationssprüchen.

Bouffier
Volker Bouffier (CDU), hessischer Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Foto: dpa

Es geht um viel für die CDU in Hessen. Das zeigte sich beim Wahlkampfauftritt von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montagabend im Historischen Museum. Alle Umfragen vor der Landtagswahl am 28. Oktober deuten darauf hin, dass es für eine Koalition der Christdemokraten mit den Grünen nicht mehr reichen wird.

Eine Koalition von CDU, Grünen und FDP gilt in Wiesbaden mittlerweile als Option. Möglicherweise deutete die Aussage des CDU-Landtagskandidaten Bodo Pfaff-Greiffenhagen aus dem Frankfurter Wahlkreis 38 darauf hin. Er sagte, ganz beiläufig: „Wir werden nach der Wahl ein eigenes Ministerium haben, das sich mit Digitalisierung und digitalisierter Weiterbildung beschäftigen wird.“ Digitalisierung ist das Lieblingsthema der FDP.

Es könnte, rein rechnerisch, auch eine große Koalition geben. Oder eventuell knapp für eine linke Mehrheit reichen. In diesem Falle würde die CDU erstmals seit 1999, als Roland Koch (CDU) Hans Eichel (SPD) ablöste, nicht mehr den Ministerpräsidenten stellen.

„Es geht um was!“; „Wir können das!“; „Wir haben das Zeug dazu!“ – röhrte Bouffier mit seiner bassig-sonoren Joe-Cocker-Stimme vor den rund 180 Gästen. An die sechs Frankfurter Landtagskandidaten gerichtet, die sich vorgestellt hatten, sagte er: „Ihr seht gut aus!“ – „Aber es ist keine Frau dabei“, sagte eine Frau aus dem Publikum. „Dann müssen Sie beim nächsten Mal antreten“, konterte Bouffier.

Alle sechs Wahlkreise in Frankfurt hatten die Kandidaten der CDU bei der letzten Landtagswahl direkt gewonnen. Diesmal wird es zumindest in einem, dem 38er in Bornheim, Nordend, Ostend, schwierig. Der Wahlkreis gilt als Grünen-Hochburg, weshalb sich Marcus Bocklet (Grüne) die besten Chancen ausrechnet, mehr Stimmen als Pfaff-Greiffenhagen zu erhalten. Auch Arijana Neumann (SPD), die Referentin des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann, wird zahlreiche Stimmen aus dem vorherrschend linkssozialen Milieu in diesen Stadtteilen auf sich ziehen.

„Wir sollten alle sechs Wahlkreise gewinnen“, gab Bouffier indes als Ziel vor. Die Stimmung vor der Hessen-Wahl schätzte er als „durchwachsen“ ein, aber nicht so schlecht wie vor der Wahl in Bayern am kommenden Sonntag, wo sich die CSU schon jetzt darüber streite, was alles falschgelaufen sei.

In Bayern wie in Hessen macht der Union das voraussichtlich zweistellige Ergebnis der AfD zu schaffen. Analysen nach den vorigen Wahlen hatten gezeigt, dass es vor allem enttäuschte ehemalige CDU-Wähler sind, die ihr Kreuz bei der AfD machen. Bouffier warb daher um Vertrauen für die Politik seiner Partei in Hessen – und bat die Zuhörer eindringlich, nicht deshalb keine CDU in Hessen zu wählen, weil sie mit der Politik der Bundesregierung unzufrieden seien.

„Wer AfD wählt, bekommt in Hessen Rot-Rot-Grün“, sagte Bouffier voraus. Noch fehlt einer satten linken Mehrheit allerdings noch der eine oder andere Prozentpunkt.

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