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Landtagswahl in Hessen Wahlkampf in Hessen geht in die heiße Phase

Die Parteien in Hessen starten in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs - und Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der Bundes-CDU, gibt ihren Parteifreunden Tipps.

Wahlkampfauftakt der Grünen in Hessen
Die Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl in Hessen, Priska Hinz und Tarek Al-Wazir, stehen vor einem Wahlkampfplakat. Foto: Andrea Löbbecke (dpa)

Tarek Al-Wazir hat am Freitag eine bittere Wahlkämpfer-Wahrheit gelassen ausgesprochen: „Ein guter Wahlkämpfer kann auch nach sechs Wochen das Gleiche sagen und es hört sich an wie beim ersten Mal.“ Dann stieg der grüne Minister in ein grünes Elektrohybrid-Auto, auf dem sein Foto prangte – versehen mit dem Slogan „Vernunft und Leidenschaft statt Populismus“.

Zuvor hatte Al-Wazir mit seiner Spitzenkandidaten-Kollegin Priska Hinz zwei Großflächen-Plakate seiner Partei präsentiert und angekündigt, dass sie bis zur Landtagswahl am 28. Oktober 400 Termine absolvieren würden. Auf einem Plakat war die Kernbotschaft der Grünen zu lesen: „Das Klima von morgen wählen wir heute“.

Wenige Tage zuvor hatte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier seine Großflächenplakate auf die gleiche Weise vorgestellt wie sein grüner Vize. Auch er zog vor einer Reihe von Kameraleuten eine blaue Plane von den verdeckten Postern. Neben dem Bild von Bouffier, dem CDU-Vorsitzenden und Spitzenkandidaten, stehen Sätze wie „So viele Lehrer wie noch nie“ oder „So viele Arbeitsplätze wie noch nie“ auf den Plakaten.

Der Wahlkampf geht jetzt in die sogenannte heiße Phase. Sechs Wochen vor dem Wahltermin dürfen die Parteien überall im Land plakatieren. Die SPD begeht den Wahlkampfauftakt am heutigen Samstag mit einer Großveranstaltung.

SPD in Hessen bietet Parteiprominenz auf

In der Lounge Offenbach bieten die Sozialdemokraten Parteiprominenz auf. Dort sprechen ab 15 Uhr nicht nur der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel und seine Generalsekretärin Nancy Faeser, sondern auch die Bundesvorsitzende Andrea Nahles sowie die Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig.

Auch die anderen Parteien bringen ihren Prominenz nach Hessen. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel etwa tritt vier Mal an der Seite von Bouffier auf – allerdings erst in der letzten Woche vor der Wahl, etwa am 23. Oktober in Dieburg.

Die Linke verlässt sich nicht auf die eigenen Parteiveranstaltungen. Sie weist mehr als andere Parteien auch auf die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen hin – etwa indem sie die Demonstration „Seebrücke statt Seehofer“ oder den Protest gegen „Mietenwahnsinn“ in Frankfurt unterstützt. Eine Landtagswahl entscheide schließlich nicht allein über die Politik, sagt Spitzenkandidatin Janine Wissler. Die Wahl könne eher ein Beitrag sein, „um gesellschaftliche Mehrheiten zu schaffen“.

Der FDP-Spitzenkandidat René Rock, der erst seit einem Jahr an der Fraktionsspitze steht, versucht sich mit einem Interview-Buch („Solidarität braucht Freiheit“) bekannter zu machen. Am Freitag hatte er die Fraktionsvorsitzenden der FDP aus den anderen Bundesländern in Wiesbaden zu Gast – Parteien legen solche Termine gerne dorthin, wo Wahlen anstehen. So ergab sich für Rock die Gelegenheit, die Position zu bekräftigen, dass Deutschland „mehr Ordnung und Kontrolle bei der Einwanderung“ brauche.

Vor einer Woche hatte die Generalsekretärin der Bundes-CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, ihre hessischen Parteifreunde eingestimmt. Beim CDU-Landesparteitag in Offenbach warb sie dafür, von Haustür zu Haustür zu ziehen. „Ich weiß, die Begeisterung für den Haustür-Wahlkampf hält sich in Grenzen“, sagte sie. „Da kommt man sich vor wie so ein Vertreter.“ Aber es sei notwendig, buchstäblich um jede einzelne Wählerstimme zu kämpfen.

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