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Landtagswahl in Hessen CDU-Minister müssen um ihre Sitze fürchten

Nach der Landtagswahl könnten prominente hessische Christdemokraten wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann ohne Sitz im Landtag dastehen. Selbst die besten Listenplätze nützen ihnen wahrscheinlich nicht.

Plenarsitzung
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann muss sich ihren Sitz wohl über ein Direktmandat verdienen. Foto: Michael Schick

Bei der CDU nützt selbst der beste Listenplatz wahrscheinlich nichts. Nach der Landtagswahl vom 28. Oktober könnten prominente Christdemokraten ohne Sitz im Landtag dastehen, etwa Justizministerin Eva Kühne-Hörmann oder Finanzminister Thomas Schäfer. 

Denn für die CDU werden voraussichtlich nur diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten ins Parlament einziehen, die ihren Wahlkreis gewinnen. Nach Prognosen dürften das 37 oder eventuell sogar 40 Abgeordnete sein. Da die CDU in Umfragen unter der 30-Prozent-Marke rangiert, stünden ihr nur etwa 33 der normalerweise 110 Sitze im Landtag zu. Die gewählten Direktkandidaten würden trotzdem ins Parlament einziehen, das damit größer würde als bisher. Die anderen Parteien erhielten dafür Ausgleichsmandate. 

Doch für die Kandidaten auf der Landesliste der CDU, die kein Direktmandat geholt haben, bliebe kein Platz im Parlament. Das gilt sogar für Ministerpräsident Volker Bouffier. Er steht zwar auf Platz 1 der Landesliste, muss aber trotzdem seinen Gießener Wahlkreis gewinnen, um den Einzug in den Landtag sicher zu haben. Bei der Landtagswahl 2013 setzte sich Bouffier mit 46,9 Prozent gegen seinen SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel durch, der 39,3 Prozent bekam. 

Anders sieht es bei den Ministern Schäfer und Kühne-Hörmann aus. Beide zogen vor fünf Jahren über die Landesliste ins Parlament ein. Auch diesmal belegen sie vordere Listenplätze. Kühne-Hörmann rangiert auf Nummer 2, Schäfer auf der 11. Doch das dürfte nicht reichen. 
Bei der Landtagswahl 2013 unterlag Justizministerin Kühne-Hörmann in Kassel mit 32,4 Prozent dem sozialdemokratischen Verkehrspolitiker Uwe Frankenberger (35,2 Prozent). 2009 hatte hingegen Kühne-Hörmann das Duell für sich entschieden. Weil Frankenberger nach 19 Jahren den Landtag verlässt, tritt sie diesmal gegen den 36-jährigen SPD-Mann Patrick Hartmann an. 

Selbst wenn Minister nicht ins Parlament einziehen sollten, bedeutet das keineswegs das Ende ihrer Karriere. In die Regierung können auch Personen ohne Landtagsmandat berufen werden, was regelmäßig geschieht. 

Für alle anderen Parteien spielt die Liste eine entscheidende Rolle. Politiker von Grünen, Linken und FDP haben noch nie ein Direktmandat in Hessen gewonnen. Für sie gelingt der Einzug ins Parlament üblicherweise nur über die Landesliste. 

Bei den Grünen herrschen angesichts ihres Höhenflugs aber berechtigte Hoffnungen, dass sie erstmals einen oder sogar zwei Landtagswahlkreise in Hessen direkt holen könnten. Laut einer Prognose des Portals election.de haben Marcus Bocklet in den Frankfurter Stadtteilen Nordend, Bornheim, Ostend sowie Hildegard Förster-Heldmann im Wahlkreis Darmstadt I die Nase vorn. 

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