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Landtagswahl in Frankfurt Wo die Wahlergebnisse deutlich korrigiert wurden

Trotz Wahlpannen: Unterm Strich weicht das amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Frankfurt nur geringfügig von den vorläufigen Zahlen ab. In manchen Wahlbezirken allerdings mussten die Ergebnisse deutlich korrigiert werden. Welche das sind, zeigen wir hier.

Landtagswahl Hessen
In den meisten Wahllokalen lief am Abend der Hessenwahl alles glatt. Trotzdem gab es vereinzelt nennenswerte Abweichungen zwischen dem vorläufigen Ergebnis und dem amtlichen Endergebnis. Foto: Michael Schick

Lange musste Hessen auf die endgültigen Ergebnisse der Landtagswahl aus Frankfurt warten, nun liegen sie auch hier vor.  Unterm Strich mussten 867 Zweitstimmen korrigiert werden, wie der zuständige Stadtrat Jan Schneider mitteilte. Bei insgesamt 270.813 abgegebenen Landesstimmen in Frankfurt beträgt die Abweichung zwischen der vorläufigen und der endgültigen Auswertung somit rund 0,33 Prozent - etwas mehr als bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2013.

In den Tagen und Wochen nach der Wahl am 28. Oktober 2018 waren mehrere Wahlpannen in Frankfurt publik geworden. So hatte der Wahlvorstand eines Wahllokals im Stadtteil Oberrad  bei der Übermittlung einen Stapel von Stimmzetteln vergessen. In sechs Wahlbezirken waren die Ergebnisse zunächst auf der Basis von Nachbarwahlbezirken nur geschätzt worden.

Als fehleranfällig erwies sich offenkundig das Verfahren, telefonisch aus den Wahllokalen durchgegebene vorläufige Ergebnisse händisch zu notieren - weil das landesweit genutzte Erfassungssystem „Wahl-Web“ zeitweise nicht verfügbar war. Ungereimtheiten, bei denen eine Software  Alarm schlagen würde, fielen deshalb offensichtlich nicht gleich auf.

Stadtweit betrachtet unterscheidet sich das amtliche Endergebnis in Frankfurt nur unwesentlich vom vorläufigen Ergebnis. In der Mehrzahl der 490 Frankfurter Wahlbezirke waren allenfalls  geringfügige Korrekturen nötig, die sich im Rahmen der Abweichung bei der Landtagswahl 2013 bewegen. 

In insgesamt sechs der 490 Wahlbezirke mussten vorläufige Ergebnisse um mehr als zehn Prozent nach oben oder unten korrigiert werden. 

Die FR hat sich die Frankfurter Wahlbezirksergebnisse für die sechs nun im Landtag vertretenen Parteien näher angeschaut. Unsere Grafiken zeigen für CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD,  in welchen zehn Wahllokalen es jeweils die größten Abweichungen zwischen vorläufigem und endgültigem Ergebnis gab - und in welche Richtung die Stimmenanzahl korrigiert werden musste. 

CDU: Von 4,4 auf 16,2 Prozent in der Kasinoschule

Das Ergebnis der CDU im Wahllokal  Kasinoschule (Wahlbezirk 58002) im Stadtteil Höchst hätte stutzig machen können: Die Christdemokraten kamen hier vermeintlich nur auf magere 4,4 Prozent. Bei der Nachprüfung ergab sich: Tatsächlich entfällt auf die Christdemokraten  hier ein Zweitstimmen-Anteil von 16,2 Prozent. 

Ähnliche Diskrepanzen offenbarten sich bei den CDU-Ergebnissen aus Wahllokalen in der Sachsenhäuser Freiherr-vom-Stein-Schule (Wahlbezirk 38004) und in der Gruneliusschule im Stadtteil Oberrad (Wahlbezirk 38004). Sie mussten von 6,2 auf 22,1 Prozent und von 6,9 auf 21 Prozent korrigiert werden.

Die größte Abweichung der CDU-Ergebnisse ist im Wahllokal in der Cafeteria der Elisabethenschule in Nordend-West zu verzeichnen. Am Wahlabend war für die Christdemokraten hier ein Zweitstimmen-Anteil von 17,8 Prozent notiert worden, das amtliche Endergebnis kommt nun auf 35 Prozent - mehr als 17 Prozentpunkte mehr also. Im Kinderhaus am Bügel (Wahlbezirk 67005) schrumpfte der Zweitstimmen-Anteil für die CDU hingegen um fast neun Prozent von zunächst 33,7 auf nunmehr 24,8 Prozent.

Mit zwei bitteren, weil tatsächlich nur einstelligen Wahlbezirksergebnissen muss die CDU sich indes abfinden. Im Berufsbildungszentrum (Wahlbezirk 15102) bleibt es bei 8,1 Prozent der Zweitstimmen, im Pflegeheim Bockenheim (Wahlbezirk 35003) bei 9,8 Prozent.

In absoluten Zahlen entfallen auf die CDU in ganz Frankfurt 325 Landesstimmen mehr als in der Wahlnacht veröffentlicht. Ihr Anteil bleibt bei 28,8 Prozent.

 

 

SPD: 26,6 statt 15,3 Prozent in der Erich-Kästner-Schule

Die SPD  gewinnt in Frankfurt insgesamt 118 Landesstimmen  im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis dazu. Wie bei der CDU schlägt sich dies bei den Prozentpunkten nicht nieder: Es bleibt bei 18,4 Prozent für die SPD in Frankfurt.

Ein Blick auf einige Detail-Ergebnisse:  Im Wahllokal Erich-Kästner-Schule (48102) in Niederursel steigt der Zweitstimmen-Anteil für die Sozialdemokraten deutlich um 11,3 Prozentpunkte. Nennenswerte Korrekturen nach oben  gibt es für die SPD auch in den Wahllokalen Kinderhaus am Bügel (67005), im Sozial- und Rehazentrum West (40102) und in der Gruneliusschule (38004). 

 

 

Grüne: Die absolute Mehrheit in der Freiherr-vom-Stein-Schule ist perdu

Die Frankfurter Grünen rieben sich vermutlich die Augen, als sie kurz nach der Wahl vom vorläufigen Ergebnis in der Freiherr-vom-Stein-Schule (Wahlbezirk 32401) erfuhren: 52,1 Prozent der Zweitstimmen waren hier vermeintlich auf sie entfallen.  Die Nachprüfung ergab: Es sind in diesem Wahllokal „nur“ 36,2 Prozent.

Um mehr als zehn Prozentpunkte schrumpfte der Anteil der Grünen-Zweitstimmen im Wahlbezirk Kasinoschule (58002) und in der Erich-Kästner-Schule (48103). Die überdurchschnittlich hohen Werte in der  Klingerschule (Wahlbezirk 23003) mit 41,6 Prozent und in der Merianschule (Wahlbezirk 22102) mit 41 Prozent bleiben den Grünen auch im amtlichen Endergebnis erhalten. Insgesamt entfallen auf die Grünen in Frankfurt 127 Landesstimmen weniger das vorläufige Ergebnis ergab - oder, in Prozentpunkten ausgedrückt: Statt 26,1 Prozent erreichen die Grünen in Frankfurt 26,0 Prozent der Zweitstimmen.

 

 

Linke: 5,6 statt 14,9 Prozent in der Elisabethenschule

Minus 47 Stimmen und 10,4 statt 10,5 Prozent: So fällt das amtliche Endergebnis der Hessenwahl bei den Zweitstimmen für die Linke in Frankfurt insgesamt aus. Wahllokale, in denen das Ergebnis der Partei in nennenswertem Umfang nach unten korrigiert werden musste,  sind unter anderem die Elisabethenschule (20302), das Goethe-Gymnasium (17003) und das Sozial- und Rehazentrum West (40102). In anderen Wahlbezirken wie in der Ebelfeldschule (42202) oder im Kinderhaus am Bügel wiederum gab es Korrekturen nach oben. 

 

 

FDP: Von 25,2 auf 13,8 Prozent im Goethe-Gymnasium

Die größte Korrektur nach unten muss die FDP im Wahllokal Goethe-Gymnasium an der Friedrich-Ebert-Anlage (Wahlbezirk 17003) hinnehmen: Mehr als 11 Prozent weniger Landesstimmen weist das amtliche Endergebnis hier im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis aus. Deutliche Korrekturen nach oben hingegen gab es für die Freidemokraten im Bürgerhaus Harheim (Wahlbezirk 66003) und in der Martin-Buber-Schule (32304). 

In Frankfurt insgesamt entfallen auf die FDP 90 Landesstimmen mehr, im Ergebnis bleibt es bei 8,1 Prozent.

 

 

AfD: 16,9 statt 10,2 Prozent im Kinderhaus am Bügel

Die AfD erreichte im Kinderhaus am Bügel nach dem amtlichen Endergebnis überdurchschnittliche 16,9 Prozent statt der im vorläufigen Ergebnis veröffentlichten 10,2 Prozent. In sechs weiteren Wahllokalen fällt der Anteil an den Zweitstimmen für die Partei ebenfalls in nennenswertem Umfang höher aus. Nicht verzählt haben sich die Wahlhelfer unter anderem in der Albert-Schweitzer-Schule (49203) und in der Bürgermeister-Grimm-Schule (16401) - in beiden Wahlbezirken erreicht die AfD mehr als 20 Prozent.

Insgesamt entfalle auf die AfD in Frankfurt 91 Landesstimmen mehr ursprünglich angegeben. Es bleibt bei stadtweit 9 Prozent.

 

Sie möchten wissen, wie Ihr Wahlbezirk (tatsächlich) abgestimmt hat? Unsere aktualisierten Grafiken zeigen Ihnen das amtliche Endergebnis der Hessenwahl für Erst- und Zweitstimmen in allen 490 Frankfurter Wahllokalen und Briefwahlbezirken.

Wahlergebnisse für alle hessischen Städte und Gemeinden finden sie hier.

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