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Landtagswahl in Frankfurt Grüne setzen auf Sieg

Der Frankfurter Direktkandidat Marcus Bocklet sieht Chancen, seinen Wahlkreis bei der Landtagswahl zu gewinnen.

Direktkandidaten
Die Direktkandidaten der Grünen (von links): Miriam Dahke (Wahlkreis 35), Mirjam Schmidt (37), Sebastian Popp (36), Martina Feldmayer (34), Taylan Burcu (39), Marcus Bocklet (38). Foto: Monika Müller

Es sind nicht gerade kleine Ziele, die sie sich bei den Grünen für die anstehende Landtagswahl vorgenommen haben. Parteichef Bastian Bergerhoff etwa gibt als Maxime vor, in Frankfurt mindestens 18,1 Prozent zu holen. Wobei ihm 18 Prozent vermutlich auch reichen würden, aber davon hatte ja vor vielen Jahren schon die FDP geträumt. Mit bescheidenem Erfolg. Jedenfalls lägen die 18,1 Prozent knapp drei Punkte höher als das Ergebnis der Grünen bei der Kommunalwahl. Immerhin.

Doch es geht noch besser. Marcus Bocklet, der für die Grünen im Landtag sitzt, sagte bei der Vorstellung der Direktkandidaten am Freitag auf dem Merianplatz: „Ich will meinen Wahlkreis gewinnen.“ Damit würde der 54-Jährige Geschichte schreiben. Noch nie ist ein Grüner über ein Direktmandat in Frankfurt in Bundes- oder Landtag eingezogen. Doch Bocklet könnte tatsächlich eine Chance haben. Am Freitag zitierte er Prognosen, wonach er in seinem Wahlkreis, der die traditionellen Grünen-Hochburgen Nordend und Bornheim umfasst, vor seinen Konkurrenten von CDU und SPD liegt. Und diese treten anders als Bocklet erstmals als Direktkandidaten an.

In der Umwelt- und Verkehrspolitik viele Erfolge erzielt

„Überhaupt sind die Umfragewerte sehr gut“, sagte Kreisvorsitzende Beatrix Baumann. Viele klassische Themen der Grünen würden derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert. Allen voran der Klimaschutz. Alle sechs Frankfurter Direktkandidaten versprachen, sich für eine bessere Umwelt einzusetzen. Die Landtagswahl werde „auch zu einer Abstimmung über den Klimaschutz“, sagte die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer, die für die Grünen in den westlichen Stadtteilen antritt. In Koalitionsgesprächen – voraussichtlich mit CDU und FDP – würden die Grünen in jedem Fall zur Bedingung machen, dass sich Hessen im Bundesrat für die Einführung einer CO2-Bremse einsetzt.

Dass die Grünen in Frankfurt seit 1989 an der Regierung beteiligt sind, stets das Umweltdezernat und lange das Verkehrsdezernat führten und trotzdem keine Maßnahmen umgesetzt wurden, die das nun drohene Fahrverbot hätten verhindern können, sei kein politisches Scheitern, sagte Bocklet: „Wir brauchen uns keine Vorwürfe zu machen.“

Auch Martina Feldmayer betonte, die Grünen hätten in der Umwelt- und Verkehrspolitik viele Erfolge erzielt, und erinnerte an die Einführung der Umweltzone. „Darüber hinaus haben wir stets gemahnt, gewarnt und gefordert“, sagte Bocklet. Trotzdem steht am Ende wohl ein Fahrverbot, das auch die Grünen in dieser Form nicht begrüßen, wie Feldmayer klarstellte: „Wir wollen nicht, dass Leute, die sich einen Diesel gekauft haben, jetzt darauf sitzenbleiben.“

Ein weiterer Schwerpunkt im Wahlkampf dürfte der Kampf gegen Rechtsextremismus werden. Alle Kandidaten betonten am Freitag, wie sehr sie die Aufmärsche der Rechten in Chemnitz schockiert hätten. „Das war eine Zäsur“, sagte Martina Feldmayer. In Hessen drängten nun „Rassisten und Antisemiten in den Landtag“. Bei der Wahl gehe es auch um die Frage, „ob Hessen weiterhin für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft steht“, sagte Marcus Bocklet.

Im Wahlkampf setzt die Partei weiter auf die „Grünen Bereiche“, die sich vor der Bundestagswahl bewährt hätten. Dabei bekommen die Bürger in einem Zelt eine (gesunde) Mahlzeit, können mit den Kandidaten sprechen und sich mit grüner Parteiprominenz per Telefon unterhalten. Geplant sind zudem eine Radtour durch den Frankfurter Norden, ein Besuch in einem Boxclub, Ferienspiele für Kinder und Erwachsene, Haus- und Gartenbesuche. Bei letztgenannter Gelegenheit wollen die Kandidaten mit dem Fahrrad durch die Schrebergarten-Siedlungen fahren und mit den Pächtern der Grünflächen ins Gespräch kommen.

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