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Landtagswahl Hessen Die kuriosesten Ergebnisse der Hessen-Wahl

2. UpdateDie AfD holt eine Gemeinde, die Grünen werden in einigen großen hessischen Städten klar stärkste Kraft - Ergebnisse der Hessen-Wahl, die überraschen.

Wahlwerbegeschenk CDU
Ein Mitglied der Jungen Union trägt das Konterfei von Ministerpräsident Bouffier bei der Wahlparty der CDU auf seinem T-Shirt. Foto: dpa

In Hirzenhain gewinnt die AfD, die Grünen punkten in Offenbach, Mühltal und Egelsbach, Nordhessen ist weitgehend stabil rot. Die FR gibt einen Überblick über die unerwarteten Ergebnisse der Hessen-Wahl.

In Offenbach gewinnen die Grünen 8,1 Prozentpunkte gegenüber der letzten Hessen-Wahl vor fünf Jahren hinzu. Mit 23,2 Prozent der Stimmen werden sie stärkste Kraft in Offenbach, zeigen die vorläufigen Wahlergebnisse. Die CDU kommt demnach dort auf 21,8 Prozent, die SPD auf 18,1 Prozent. Die Linke vereinigt 10,4 Prozent der Stimmen auf sich. An dem guten Ergebnis der Grünen in Offenbach hat nicht zuletzt ihr Spitzenkandidat einen großen Anteil: Tarek Al-Wazir holt hier 27,5 Prozent der Erststimmen und setzt sich damit klar gegen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) durch, der nur 22,5 Prozent erhielt. Für den Konservativen ist die Niederlage bitter, denn Grüttner ist künftig sehr wahrscheinlich nicht mehr im Landtag vertreten – außer er wird wieder Minister. 

In Egelsbach spielt sich ein ähnliches Szenario ab. Auch hier verdrängen die Grünen die CDU (23,2 Prozent) auf den zweiten Wahl-Platz. Sie verbessern ihr letzten Wahlergebnis um 10,7 Punkte auf 25 Prozent. Die Spitzenkandidaten liefern sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Grüne Katy Walter erhält mit 24,3 Prozent 0,1 Prozentpunkte mehr Stimmen als als Hartmut Honka (CDU) und 1,9 Prozentpunkte als Andrea Gerlach (SPD). 

In Darmstadt, Kassel und Gießen fällt die Wählerentscheidung noch deutlicher zugunsten der Grünen aus. Mit 30,4 Prozent werden die Grünen in Darmstadt klar stärkste Kraft, in Gießen mit 24,7 Prozent etwas weniger deutlich. In Kassel liegen die Grünen mit 25,2 Prozent vor der SPD (21,4 Prozent). In Darmstadt gelingt es dem Sozialdemokraten Bijan Kaffenberger, der ehemaligen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) den Wahlkreis Darmstadt-Stadt II abzuluchsen. Der 29-jährige Youtuber mit Tourette-Syndrom erhält 28,3 Prozent der Stimmen. 

Die SPD ist in Wahlsburg (Wahlkreis Kassel-Land I) am stärksten. Hier kommen die Sozialdemokraten auf 40,2 Prozent der Wählerstimmen. Die CDU erreicht hier 18,3 Prozent, die Grünen 10,6 Prozent und die AfD 10,7 Prozent. Die FDP erhält 6,8 Prozent.

Stärkster Wahlbezirk für die Linke ist Marburg, wo die Partei auf 14,4 Prozent der Stimmen kommt. 

Überraschungserfolg für die FDP in Steinbach

Die Wetterau-Gemeinde Hirzenhain ist dagegen tiefblau. Die AfD gewinnt hier 18,3 Prozentpunkte gegenüber der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren hinzu und rangiert nach vorläufigen Ergebnissen bei 23,3 Prozent noch vor der CDU (20,2 Prozent). In Neuhof im Wahlkreis Fulda II schneidet die AfD zwar noch stärker ab (24,4 Prozent), bleibt aber hinter der CDU (33,3 Prozent) auf Rang zwei.

In Königstein im Taunus sind die Wähler weit weg von der sogenannten Kanzlerinnendämmerung. Hier setzen 38,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihr Kreuzchen bei der CDU. Die FDP erhält 14,4 Prozent der Stimmen. Doch auch hier punkten die Grünen mit 21,8 Prozent. Stärkste Gemeinde für die CDU ist Königsstein damit noch lange nicht. In Rasdorf im Wahlkreis Fulda I landen die Christdemokraten mit 52,1 Prozent Zustimmung so weit vorne wie in einem anderen Bezirk.

Der FDP gelingt in Steinbach (Taunus) ein Überraschungserfolg: Ihr Kandidat Dr. Stefan Naas erhält 28,1 Prozent der Erststimmen. Auch bei den Zweitstimmen schneidet die FDP hier mit 15,2 Prozent stark ab. Die Gemeinde Steinbach grenzt an den Frankfurter Nordwesten an, in dem die Bankenmetropole einen neuen Stadtteil plant. Die FDP hatte sich im Wahlkampf vehement gegen diesen eingesetzt und konnte offenbar damit in der Wählergunst punkten.

Am schnellsten zählt Nentershausen aus

Am schnellsten wertete übrigens die osthessische Gemeinde Nentershausen die Ergebnisse der Landtagswahl aus. Um 19:32 Uhr veröffentlichte der Landeswahlleiter das vorläufige Endergebnis der Kommune aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf seiner Internetseite. Klarer Sieger in Nentershausen wurde die SPD mit 38,0 Prozent vor der CDU (20,3) und der AfD (13,6). 73 Prozent der 2197 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.

Niedernhausener wählen am fleißigsten

Die Gemeinde Niedernhausen im Rheingau-Taunus-II-Wahlkreis hat die fleißigsten Wählerinnen und Wähler. Nirgendwo in Hessen gaben so viele Menschen ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung liegt bei 97,8 Prozent. Die Wählerinnen und Wähler sprachen zu 32,2 Prozent der CDU ihr Vertrauen aus. Die Grünen erreichten 20,7 Prozent der Stimmen, die SPD nur 14,4. 11,8 Prozent wählten die AfD.

In Raunheim (Wahlkreis Groß-Gerau I) gehen die wenigsten Menschen zur Stimmabgabe. Die Wahlbeteiligung liegt bei 54,6 Prozent. Die meisten Stimmen erhält hier die SPD (25,3 Prozent), gefolgt von der CDU (22,2 Prozent). Die AfD wählen 17,1 Prozent der Menschen, die Grünen 16,7. 

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