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Interview Schäfer-Gümbel (SPD) SPD-Spitzenkandidat sieht Millionen-Verschwendung in Hessen

Der SPD-Spitzenkandidat für die Landstagswahl in Hessen, Thorsten Schäfer-Gümbel, geht im FR-Interview die schwarz-grüne Regierung hart an: Für Öffentlichkeitsarbeit zahle das Land zig Millionen zu viel.

Landtagswahl in Hessen
SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel will im dritten Anlauf, Ministerpräsident von Hessen werden. Foto: Renate Hoyer

…den Billigfliegern wie Ryanair…
Ja, dieses Segment muss man bedienen. Aber die Bedingungen müssen stimmen. Ryanair ist die Heuschrecke der Luftfahrt. Dort werden niedrige Preise auf dem Rücken der Mitarbeiter angeboten, die inakzeptable Arbeits- und Sozialbedingungen haben. Ich kann es nur schwer ertragen, dass die Landesregierung offensiv an der Anwerbung von Ryanair beteiligt war. Das hätte es mit mir nicht gegeben.

Was wäre die Lösung, wenn Sie selber die Auffassung vertreten, dass der Flughafen Low-cost-Anbieter braucht?
Andere Anbieter haben Tarifbindung. Da hätte ich einen Schwerpunkt gesetzt. Außerdem muss die Systempartnerschaft zwischen Fraport und Lufthansa erneuert werden.

Schauen wir fünf Jahre nach vorne. Wie würde sich das Land verändern, wenn Sie regieren könnten?
Es wird eine massive Wohnungsbau-Offensive geben, auch durch die landeseigene Wohnungsbau-Gesellschaft, und eine völlig andere Bodenpolitik. Wir werden substanziell bezahlbaren Wohnraum schaffen. 

Werden das die Mieter spüren in den nächsten fünf Jahren?
Man kann nicht alles, was in 19 Jahren schiefgegangen ist, in fünf Jahren lösen. Aber es wird erkennbare Fortschritte geben. Mein Ziel ist, dass Menschen nicht mehr als ein Drittel ihres Einkommens für ihre Wohnung bezahlen müssen. Das wird nicht in fünf Jahren gehen, aber das ist meine Perspektive. Wir werden nachhaltige Schienen-Infrastruktur-Projekte wie einen S-Bahn-Ring um Frankfurt angehen. Und wir werden Jahr für Jahr mindestens 50 echte Ganztagsschulen schaffen und ein Entlastungsprogramm für Lehrerinnen und Lehrer.

Wäre das ein anderes Hessen?
Das wird kein fundamental anderes Hessen sein, aber ein besseres. Auch wenn der Spruch abgedroschen ist: Ich will nicht alles anders machen, aber vieles besser.

Der Satz stammt vom früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Ich habe an dieser Stelle keine Sorge, diese Anleihe zu nehmen.

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