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Hessenwahl Frankfurter SPD plant 80.000 Hausbesuche zur Landtagswahl

Am 28. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Die Frankfurter SPD setzt im Landtagswahlkampf auf das Topthema Wohnen.

Die SPD Hessen stellt ihren Wahlkampfslogan vor
Die SPD Hessen stellt ihren Wahlkampfslogan vor. Foto: Fabian Sommer (dpa)

Lars Klingbeil fackelt nicht lange. Plakate aufhängen: Das kann der SPD-Generalsekretär aus dem Effeff. Nur wenige Handgriffe, und schon ist das Bild der Landtagskandidatin Ariana Neumann am Zaun des SPD-Parteihauses fixiert. Klingbeil ist eigens zum offiziellen Start der Kampagne für die Landtagswahl am 28. Oktober in die Zentrale der Frankfurter Partei gekommen. Bis zu 600 ehrenamtliche Helfer werden in den nächsten Monaten von hier aus gesteuert, sagt Unterbezirksgeschäftsführer Sebastian Maier.

Mit dieser großen Schar von Unterstützern hat sich der SPD-Unterbezirksvorstand einiges vorgenommen. Etwa 80.000 Hausbesuche sollen absolviert werden, verspricht Maier.

Generalsekretär Klingbeil hebt die Bedeutung Frankfurts für die Hessenwahl hervor. „Frankfurt gibt mit den Takt an für den Wahlkampf, es ist eine zentrale Stadt“, urteilt der 40-Jährige. Klingbeil macht klar, dass man im Willy-Brandt-Haus in Berlin sehr wohl verfolgt hat, was die Frankfurter Genossinnen und Genossen da so angestellt haben. „Hier ist vor kurzem ein großer Wahlsieg gelungen“, sagt der Generalsekretär und meint die Wiederwahl von Oberbürgermeister Peter Feldmann im Frühjahr. 

Die Methoden und die Inhalte, mit denen das gelang, sieht Klingbeil als vorbildlich an. „Hausbesuche sind sehr wichtig, denn die Leute brauchen ein Gesicht“, sagt er. Und Feldmanns zentrales Topos, nämlich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und der Wohnungsbau, ist in seinen Augen ohnehin „das Topthema“ auf der gesellschaftlichen Agenda in der Bundesrepublik. Entsprechend soll es auch im Landtagswahlkampf der Frankfurter SPD (und landesweit) eine zentrale Rolle spielen.

Passend dazu werden die Frankfurter in den nächsten Wochen auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in ihrem Wahlkampf begrüßen können. Und auch der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der in Frankfurt noch immer als Linker gilt, hat sich angesagt. Die Sozialdemokraten müssen mit dem Manko leben, dass sie bei der Landtagswahl zuvor alle sechs Frankfurter Wahlkreise verloren hatten. Das soll sich diesmal ändern. 

SPD verzeichnet Mitgliederzuwachs 

Die Ausgangsbasis ist im Vergleich zur Wahl zuvor verbessert. Die Frankfurter Partei, die jahrzehntelang mit Mitgliederschwund zu kämpfen hatte, verzeichnet seit zwei Jahren wieder einen Zuwachs. Tatsächlich scheint eine Trendwende gelungen. Die Mitgliederzahl ist von 3700 langsam auf 4100 gestiegen.

„Von diesen Mitgliedern wollen wir im Wahlkampf so viele wie möglich mobilisieren“, sagt der Unterbezirksgeschäftsführer. Es soll eine Kampagne werden, die sich ausschließlich draußen abspielt. Der Oberbürgermeister mit seiner Popularität wird dabei gezielt eingesetzt. Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel wird oft persönlich in Frankfurt präsent sein. Im Internet sollen zusätzlich Videos kursieren.

Und die Partei lässt sich die Kampagne etwas kosten. Bis zu 70 000 Euro mobilisiert der SPD-Unterbezirk. Zusätzlich haben alle sechs Kandidatinnen und Kandidaten noch tief in die eigene Tasche gegriffen. Die Landespartei stellt die Plakat-Motive etwa mit dem Spitzenkandidaten Schäfer-Gümbel: Die ersten hängen schon verschämt am Zaun des Parteihauses. Geschäftsführer Maier spricht vom „Rückenwind“ durch die gewonnene OB-Wahl im vergangenen Frühjahr. Dennoch muss die Frankfurter SPD mit ihren gerade noch 42 Ortsvereinen – darunter sehr kleinen wie etwa Oberrad – in den kommenden Monaten eine große Kraftanstrengung vollbringen.

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