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Frankfurt Speeddating mit Landtagskandidaten

Von Tisch zu Tisch: Schülerinnen und Schüler befragen sechs Kandidaten für die Landtagswahl in Hessen beim Speeddating im Frankfurter Haus der Jugend. Besonders der AfD-Kandidat wird gelöchert.

Marcus Bocklet
Landtagskandidaten wie Marcus Bocklet (Grüne) diskutierten mit Schülern beim Speeddating. Foto: Christoph Boeckheler

Sechs Tische, sechs Landtagskandidaten – und jede Menge Schüler drum herum. Etwa 300 Jugendliche sind am Dienstag ins Haus der Jugend gekommen, um bei einem Speeddating den Kandidaten ein paar Fragen zu stellen. Und ein paar Antworten zu bekommen. Von einem Tisch zum nächsten wandern sie, Kandidatencheck im Schnelldurchlauf. „So kommt man mit jedem mal in Kontakt. Auch mit der AfD“, sagt ein Schüler – und ergänzt: „Selbst wenn ich die nie wählen würde.“

Der Stadtschülerrat hatte eingeladen, damit die Schüler die Positionen von SPD, CDU, Grünen, Linke, FDP und AfD kennenlernen. Alle Parteien sollten laut Stadtschülerrat eingeladen werden, die eine realistische Chance haben, in den Landtag einzuziehen. Und das Interesse ist an der AfD groß, Kandidat Erich Heidkamp ist eine Stunde lang von zahlreichen Schülerinnen und Schülern umgeben. „Man ist neugierig, wie die AfD auf Flüchtlings- und Einwanderungsfragen reagiert“, sagt eine Schülerin.

Das tut sie so: „Einfach die Grenzen aufmachen, kann nicht die Lösung sein“, sagt Heidkamp. Der nationale Austausch solle nicht eingestellt werden, „aber wir müssen Wege finden, wie das nicht auf wilde Art passiert“. Die Leute, die aus anderen Ländern wegliefen, seien ja in der Regel nicht die Ärzte. Manche Schüler steigen in die Diskussion ein, eine Schülerin wendet sich kopfschüttelnd ab und geht zum nächsten Tisch. „Das braucht man sich echt nicht anhören“, sagt sie.

Am anderen Tisch steht Arijana Neumann (SPD). Wie sie die Unterteilung in Haupt-, Realschulen und Gymnasien findet, interessiert eine Schülerin. Hauptschulen gebe es ja nicht mehr, sagt Neumann. „Ich finde die integrierte Gesamtschule gut, weil man da alle Abschlüsse machen kann. Aber nicht alle Eltern denken so.“ Das Nebeneinander von Gymnasien und Gesamtschulen laufe aber gut in Frankfurt.

Bei Marcus Bocklet (Grüne) geht es um Atomkraft- und Braunkohlewerke. Gegen Atomkraft seien die Grünen schon immer gewesen, sagt Bocklet. Und Kohlekraftwerke solle es bis 2030 möglichst keine mehr geben, man unterstütze auch die Demos im Hambacher Forst. Bei Ulrich Wilken (Linke) wird über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. „Es ist kein Ersatz für das Sozialversicherungssystem“, sagt er. „Man muss es aber mal ausprobieren, auswerten und dann sehen, was es bewirken kann.“

Sollten Schulen handyfrei sein? Das wollen Elisabethenschüler von Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) wissen. „Da sollten Schulen individuell Lösungen finden“, antwortet er. Und FDP-Kandidatin Maria-Christina Nimmerfroh wird gefragt, ob sie „die Selektierung nach der vierten Klasse“ für sinnvoll halte. „Auch bei Zehnjährigen kann schon gesagt werden, wie die kognitive Entwicklung sein wird“, sagt Nimmerfroh. Kinder sollten differenziert gefördert werden, „ob das in unterschiedlichen Gebäuden sein muss, darüber kann man sich ja streiten“.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion durften die Schüler weitere Fragen stellen. Bei einer waren sich die Kandidaten aller Parteien einig: Ja, Cannabis sollte legalisiert werden.

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