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Landtagswahl Hessen Faktencheck Was die Parteien für den Verkehr planen

Fahrradaktivisten fordern mehr Geld für den Bau von Radwegen, eine bessere Qualifikation der Radverkehrsplaner und eine stärkere Förderung von Fahrradparkplätzen.

Radentscheid in Darmstadt
Setzen sich in Darmstadt für Radler ein (v.l.n.r.): David Grünewald (Radentscheid), Thomas Grän (ADFC), Stephan Voeth (Verein Wegerecht) und Sabine Crook (VCD) . Foto: Renate Hoyer

Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir macht ab und an deutlich, wo sein grünes Herz schlägt und dass er sich durchaus auch als Radverkehrsminister versteht. „Hessen macht sich stark für den Radverkehr“ ließ der Minister Mitte Juli verlauten, nachdem er im osthessischen Rasdorf gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zwei neue Radfernwege eröffnet hatte. Auf Facebook ließ Al-Wazir sogleich ein Foto veröffentlichen, auf dem zu sehen ist, wie er mit einem Rad über eine grüne Graspiste rollt. Die vollmundige Botschaft lautete: Hessen setze einen „neuen Standard für Radfernwege“. 

Bei Fahrradaktivisten vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Verein Wegerecht und der Initiative Radentscheid in Darmstadt löste das Foto des auf der Graspiste radelnden Ministers wenig Begeisterung aus. Auch wenn es sich bei den beiden neuen Wegen um touristische Strecken handele, so vermittele der Minister doch den falschen Eindruck, welcher neue Standard in Hessen künftig für Radfernwege eigentlich gelten sollte. 

Sabine Crook, die Vorsitzende des VCD Darmstadt, Thomas Grän, Vorstandssprecher des ADFC Darmstadt-Dieburg, Stephan Voeth, der Vorsitzende des jungen Darmstädter Vereins Wegerecht und David Grünewald, einer der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens „Radentscheid Darmstadt“, halten in diesem Kontext auch die Planungen für den Bau des ersten hessischen Radschnellwegs zwischen Frankfurt und Darmstadt für „nicht gut“. 

„Das ist kein Schnellweg, sondern wird ein Freizeitweg“, meinen die vier Fahrradaktivisten. Die geplante Strecke führe teilweise über unbefestigte Waldwege und es seien Abbiegungen im 90-Grad-Winkel geplant, die nicht hilfreich seien, um den Weg für Pendler attraktiv zu machen, die möglichst zügig ihr Ziel erreichen wollten. 

„Radschnellstraßen sollten den Rang einer Landstraße bekommen und entsprechend vom Land geplant und auch gefördert werden“, schlägt daher Grünewald vor. Ziel sollte es sein, die Schnellfahrtrassen an Ortschaften vorbei zu führen sowie Zubringer von und zu den jeweiligen Ortschaften oder Stadtteilen zu bauen.

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