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Landtagswahl Hessen So stehen die Umfragen: Grüne und SPD Kopf an Kopf

4. UpdateEine Umfrage des ZDF sieht die Grünen in Hessen bei 22 Prozent. Bei einer Umfrage der ARD liegen SPD und Grüne dagegen Kopf an Kopf. Die FR präsentiert fortlaufend die aktuellen Prognosen zur Landtagswahl in Hessen.

Vor 5 Stunden
Hessischer Landtag
Wie wird der Hesssische Landtag in Hessen nach der Wahl aussehen? Eine Regierung unter dem Grünen Tarek Al-Wazir scheint derzeit nicht ausgeschlossen. Foto: Arne Dedert (dpa)

ARD und ZDF präsentieren gut eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen neue Umfragen. Beim Politbarometer des ZDF kommen die Grünen auf ein Rekordergebnis von mehr als 22 Prozent. Der Hessentrend der ARD sieht dagegen für SPD und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In unserer interaktiven Grafik können Sie die verschiedenen Umfragen über den Pfeil im Titel aufrufen.

Nach der Landtagswahl in Bayern könnten auch in Hessen die Grünen der Politbarometer-Onlineumfrage des ZDF zufolge zweitstärkste Kraft werden. Würde schon kommenden Sonntag gewählt, käme die CDU nur noch auf 26 Prozent, die SPD auf 20 und die Grünen kämen auf 22 Prozent, berichtete das ZDF am Donnerstag. Die Linke liegt dabei bei acht Prozent, die FDP ebenfalls bei acht Prozent und die AfD käme auf zwölf Prozent. 

Beim Hessentrend von Infratest dimap für die ARD, ebenfalls vom Donnerstag, liegt dagegen die SPD mit 21 Prozent vor den Grünen mit 20 Prozent der Stimmen. CDU (26), AfD (12) und Linke (8) schneiden bei dieser Erhebung genau so ab wie bei der ZDF-Umfrage. Die FDP kommt mit neun Prozent auf einen Punkt mehr.

Mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl in Hessen

Welche Bündnisse auf Basis dieser Prognosen eine Regierung bilden könnten, zeigt unser Koalitionsrechner. Zwei gängige Varianten sind nach beiden Umfragen nicht mehr möglich: Sowohl die bisherige Hessen-Koalition von CDU und Grüne als auch ein gar nicht mehr so großes Bündnis von CDU und SPD verfehlen die absolute Mehrheit.

Für SPD, Grüne und Linke (Rot-Rot-Grün) sowie SPD, Grüne und FDP (Ampel-Koalition) reicht es knapp. Eine deutliche Mehrheit schafft nur ein Bündnis von CDU, Grüne und FDP. Was zeigt: Ohne die Grünen geht nach dem aktuellen Stand der Dinge nichts.

Gut eine Woche vor der Hessenwahl zeigen die Ergebnisse der Bayernwahl damit auch Auswirkungen auf die Stimmung in Hessen. Zuletzt hatte die Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Radiosenders FFH, in einer Wahlumfrage vom 3. Oktober die Grünen bei 18 Prozent gesehen. Auch die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier hatte damals weiter verloren. Bei der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen kam sie mit einem Minus von 9,3 auf 29 Prozent. Nach der aktuellen Politbarometer-Umfrage käme sie nur noch auf 26 Prozent.

 Am 24. September hatte Infratest die Grünen nur bei 17 Prozent gesehen. Die Union lag damals bei  28 Prozent, ein Tiefstand, den sie nach der aktuellen Politbarometer-Umfrage noch weiter untertroffen hat.

Reaktionen auf die Prognosen zur Landtagswahl in Hessen

Die Grünen sind erfreut über die aktuelle ZDF-Politbarometer-Umfrage, nach der sie auf 22 Prozent kämen. „Das aktuelle ZDF-Politbarometer zeigt, dass unser Kurs aus Vernunft und Leidenschaft anerkannt wird, danke“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite. Allerdings mahnen sie auch zur Vorsicht: „Umfragen sind noch keine Wahlergebnisse.“

Die FDP bekräftigt ihre Absicht, sich an der nächsten Landesregierung zu beteiligen. Gleichzeitig schloss der FDP-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat René Rock eine Regierungsbeteiligung unter Führung der Grünen weitgehend aus. „Tarek Al-Wazir als Ministerpräsident ist für uns sehr schwer vorstellbar. Das streben die Freien Demokraten nicht an, sagte Rock in Wiesbaden und bezog sich damit auf die aktuellen Umfrageergebnisse des ZDF Politbarometers, nach denen die Grünen bei der Wahl am 28. Oktober mit 22 Prozent die zweitstärkste Kraft im neuen Landtag werden könnten. In diesem Fall wäre rechnerisch eine Ampel-Koalition unter grüner Führung möglich.

Die CDU interpretierte Ende September ihren niedrigen Wert als „Weckruf“. Generalsekretär Manfred Pentz machte die Turbulenzen in der großen Koalition in Berlin dafür verantwortlich. „Der Einfluss der Stimmung im Bund ist sehr groß“, sagte er. „Das Durcheinander in Berlin hat zu großem Vertrauensverlust in die Politik allgemein geführt, und die Menschen haben es nur noch mit Kopfschütteln quittiert. Das bekommen wir auch in Hessen zu spüren.“

SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser zeigte sich erfreut, dass ihre Partei „trotz der schwierigen Lage im Bund“ gegenüber dem Hessentrend vom Juni um einen Punkt zugelegt habe. Seinerzeit waren die Sozialdemokraten mit 22 Prozent auf dem Umfrage-Tiefststand der Wahlperiode gelandet. 

Das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen von 2013

Rund 4,4 Millionen Hessen wählen am 28. Oktober 2018 den 20. Hessischen Landtag. Stärkste Kraft bei der vergangenen Wahl im Jahr 2013 wurde die CDU, die 38,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Koalitionspartner sind die Grünen, die 11,1 Prozent der Stimmen holten. Stärkste Oppositionspartei wurde die SPD mit 30,7 Prozent. Auch die Linke (5,2 %) und die FDP (5,0 %) sind im Landtag  vertreten. Die Wahlbeteiligung lag 2013 bei 73,2 Prozent.

Themen der Landtagswahl in Hessen

Als wichtigste politische Themen nannten die Hessen bei einer Befragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF Schule/Bildung“ (30 Prozent). Danach folgen „Flüchtlinge/Asyl“ (26 Prozent) und „Wohnungsmarkt/Mieten“ (23 Prozent). 

Wie wahrscheinlich welche Bündnisse auf Basis der aktuellen Zahlen sind, zeigt unser Koalitionsrechner. Wie Volker Buffier und Thorsten Schäfer-Gümbel in Vergleich abschneiden,  veranschaulichen die Ergebnisse der Direktwahlfrage. (bay/lad/pit)

 

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