Lade Inhalte...

Landtagswahl Hessen So stehen die Umfragen: Grüne im Höhenflug, FDP wackelt

4. UpdateWie schneidet die CDU in Hessen nach der Diesel-Einigung ab? Schafft die SPD die Wende? Wie stark wird die AfD? Drei Wochen vor der Landtagswahl kann sich die CDU kaum vom Umfrage-Absturz erholen. Die FR präsentiert fortlaufend die aktuellen Prognosen zur Landtagswahl in Hessen.

05.10.2018 10:54
Wiesbaden
Wer zieht ins Parlament in Wiesbaden ein. Foto: Imago

Gut eine Woche nach der vergangenen Umfrage zur Landtagswahl in Hessen stabilisieren sich die Prognosen. Die Anteile verschieben sich lediglich in Größenordnungen von einem Prozent - selbst über unterschiedliche Umfrageinstitute hinweg. Allerdings wissen recht viele Hessen noch nicht, wo sie ihre Kreuzchen machen sollen.

Die jüngste Prognose kommt von der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Radiosenders FFH. Demnach verliert die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier weiter am meisten - und kommt mit einem Minus von 9,3 auf 29 Prozent. Vor neun Tagen schätzte Infratest die Union auf einen Tiefststand von 28 Prozent. Ebenfalls einen Pluspunkt, bezogen auf die vergangene Umfrage, verzeichnen die Grünen, die nun 18 Prozent der Stimmen für sich verbuchen würden.

Trotz der zuletzt leicht steigenden Zustimmung für Schwarz-Grün reicht es wegen der großen Verluste der Union im Vergleich zu den Landtagswahlen 2013 nicht mehr für das aktuelle Bündnis, wie unserer Koalitionsrechner zeigt. Es fehlen drei Sitze.

Dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl sagt die Forschungsgruppe Wahlen für die SPD 23 Prozent voraus. Die AfD liegt bei 13, die Linke bei acht Prozent. Die FDP rutscht in den Umfragen erstmals auf sechs Prozent.

In Wiesbaden regieren könnten auf Grundlage dieser Umfrage eine große Koalition aus CDU und SPD und ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP.

Widersprüchlich sind aktuell die Angaben, ob es für Rot-Rot-Grün reicht. Die F.A.Z. geht davon aus; im interaktiven Koalitionsrechner der Deutschen Presseagentur fehlt ein Sitz. In jedem Fall ist klar: Es wird ziemlich knapp für diese Variante. 

Zumal eine weitere Zahl die Prognose insgesamt relativiert: Rund die Hälfte der Wahlberechtigten (51 Prozent) ist angeblich noch unentschlossen.

Reaktionen auf die Prognosen zur Landtagswahl in Hessen

Die CDU interpretierte Ende September ihren niedrigen Wert als „Weckruf“. Generalsekretär Manfred Pentz machte die Turbulenzen in der großen Koalition in Berlin dafür verantwortlich. „Der Einfluss der Stimmung im Bund ist sehr groß“, sagte er. „Das Durcheinander in Berlin hat zu großem Vertrauensverlust in die Politik allgemein geführt, und die Menschen haben es nur noch mit Kopfschütteln quittiert. Das bekommen wir auch in Hessen zu spüren.“

Die Grünen stellten sich als Gegenbild zur Groko im Bund dar. Ohne grüne Inhalte wie Klimaschutz, Energie-, Verkehrs- und Agrarwende drohten Hessen „das Chaos und der Stillstand einer großen Koalition wie im Bund“, formulierten die beiden Spitzenkandidaten Priska Hinz und Tarek Al-Wazir. Der grüne Wirtschaftsminister ist der beliebteste Politiker in Hessen. 58 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden. Damit liegt er vor Bouffier (54 Prozent) und Schäfer-Gümbel (43).

SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser zeigte sich erfreut, dass ihre Partei „trotz der schwierigen Lage im Bund“ gegenüber dem Hessentrend vom Juni um einen Punkt zugelegt habe. Seinerzeit waren die Sozialdemokraten mit 22 Prozent auf dem Umfrage-Tiefststand der Wahlperiode gelandet. 

Das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen von 2013

Rund 4,4 Millionen Hessen wählen am 28. Oktober 2018 den 20. Hessischen Landtag. Stärkste Kraft bei der vergangenen Wahl im Jahr 2013 wurde die CDU, die 38,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Koalitionspartner sind die Grünen, die 11,1 Prozent der Stimmen holten. Stärkste Oppositionspartei wurde die SPD mit 30,7 Prozent. Auch die Linke (5,2 %) und die FDP (5,0 %) sind im Landtag  vertreten. Die Wahlbeteiligung lag 2013 bei 73,2 Prozent.

Themen der Landtagswahl in Hessen

Als wichtigste politische Themen nannten die Hessen bei einer Befragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF Schule/Bildung“ (30 Prozent). Danach folgen „Flüchtlinge/Asyl“ (26 Prozent) und „Wohnungsmarkt/Mieten“ (23 Prozent). 

Wie wahrscheinlich welche Bündnisse auf Basis der aktuellen Zahlen sind, zeigt unser Koalitionsrechner. Wie Volker Buffier und Thorsten Schäfer-Gümbel in Vergleich abschneiden,  veranschaulichen die Ergebnisse der Direktwahlfrage. (pit/bay)

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen