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AfD in Hessen AfD stößt in Hessen auf Protest

Nach Prognosen könnte die AfD in Hessen bei der Landtagswahl viertstärkste Kraft werden. Doch vielerorts regt sich Protest gegen die Rechtspopulisten. Hier ein Überblick.

AfD in Hessen
In vielen Städten und Gemeinden in Hessen regt sich Protest gegen die AfD. (Symbolbild) Foto: rtr

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die AfD laut dem ARD-Deutschlandtrend zweitstärkste Kraft werden. Auf 18 Prozent kommen die Rechtspopulisten bei der aktuellen Sonntagsfrage. Und in Hessen könnten sie laut Prognosen nach CDU, SPD und Grünen viertstärkste Kraft werden. 

Wie reagieren die Zivilgesellschaft in Hessen auf das Erstarken der AfD? Hier einige Beispiele:

Lautstarker Protest in Darmstadt

„Haut ab, haut ab, haut ab!“ - mit dem Skandieren dieser eindeutigen Parole haben Demonstranten vor vier Wochen in Darmstadt Funktionäre, Mitglieder und Sympathisanten der AfD verabschiedet. Sie waren nach Darmstadt in die Orangerie gekommen, um AfD-Bundessprecher Alexander Gauland zuzuhören. Rund 3500 Menschen demonstrierten an jenem Abend im benachbarten Orangeriegarten lautstark gegen die Wahlkampfveranstaltung. Ein Pfeifkonzert der Gegendemonstranten war bis in das Gebäude zu hören. Die Rede Gaulands wurde einige Male von Demonstranten unterbrochen, die es geschafft hatten, in den Saal zu gelangen. Zuvor waren die Gegendemonstranten vom Luisenplatz zur Orangerie gezogen.

Im Orangeriegarten fand zeitgleich zur Wahlkampfveranstaltung der AfD ein „Fest für Vielfalt, Toleranz und Solidarität“ statt. Der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sagte, Menschen mit einem Migrationshintergrund machten die Stadt stark, „weil wir beweglich bleiben“. Er fügte hinzu: „Wir müssen uns argumentativ auseinandersetzen mit denen, die einfache Antworten haben; versuchen zu verstehen, dass manche Angst haben und denen widerstehen, die anderen Angst einjagen.“ Darmstadt stehe in der Tradition von Vielfalt, Toleranz und Solidarität. Die örtliche AfD-Fraktion drohte Partsch mit einer Unterlassungsklage, wenn er das Fest der Vielfalt eröffne. Bis Mittwoch war der Stadt keine Klage der AfD bekannt. (jjo)

Solidarität mit Migranten in Königstein

Keine Gewalt, nur wenige Pfiffe. „Man fühlt sich fast nicht ernst genommen“, kommentierte der Spitzenkandidat der AfD bei der hessischen Landtagswahl, Rainer Rahn, den Protest gegen seinen Auftritt im Haus der Begegnung in Königstein (Hochtaunuskreis) in der vergangenen Woche. 

Was vor allem damit zu tun hatte, dass viele der knapp 300 Menschen, die dem Aufruf des parteiübergreifenden lokalen „Bündnisses für Vielfalt und Toleranz“ gefolgt waren, ihren Widerstand gegen die AfD in einen Akt der Solidarität verwandelt hatten – indem sie demonstrativ eine Sitzung des Ausländerbeirats besuchten, der gleichzeitig mit der AfD-Veranstaltung im selben Gebäude tagte. Man wolle damit ein Zeichen setzen „für ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann (FDP). „Das gibt uns Stärke“, freute sich die Vorsitzende des Ausländerbeirats, Maryam Javaherian, und lud die Gäste im Anschluss zum Umtrunk mit Apfelwein ein, den ein Mitglied des Gremiums selbst gekeltert hatte.

Darüber hinaus hatte das Bündnis am gleichen Abend einen Vortrag organisiert, in dem es darum ging, wie Schriftsteller in ihren Werken mit sozialen Ängsten umgehen. 

„Wir müssen Flagge zeigen“, sagte Stadträtin Gabriele Terhorst von der ALK, der stärksten Fraktion im Königsteiner Parlament. Das sei man auch ALK-Mitbegründer Robert Rohr schuldig, der wenige Tage vor der Protestaktion verstorben war. (twe)

Resolution gegen AfD in Altenstadt

Viele Menschen in der Wetterau bieten der AfD die Stirn: So versammelten sich etwa 250 Menschen am ersten Sonntag im September in der Nähe des Bürgerhauses in Altenstadt-Lindheim, um gegen die Partei zu demonstrieren. Es war die bislang größte Gegendemo im Kreis, seit der Wahlkampf begonnen hat. Nicht ohne Grund: Die Rechtspopulisten hielten an jenem Tag eine Wahlkampfveranstaltung im Bürgerhaus ab, in der kaum mehr Parteiprominenz hätte auftreten können. Nicht nur der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sprach, sondern auch Alexander Gauland und der zum extremen Parteiflügel zählende Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz. Wie fast immer war die Migration das nahezu einzige Thema.

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