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Hessen Uli-Hoeneß-Effekt nimmt ab

Im Vorjahr zeigten sich 1000 Steuerhinterzieher selbst an. Das sind deutlich weniger als noch in den Jahren zuvor.

Bei der hessischen Finanzverwaltung sind deutlich weniger Selbstanzeigen eingegangen als in den vergangenen Jahren. Foto: dpa

Der Uli-Hoeneß-Effekt ist noch nicht ganz vorbei. Doch so viele Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern wie 2013 und 2014 sind 2015 längst nicht mehr bei der hessischen Finanzverwaltung eingegangen.

Die Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt berichtete am Montag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden, 2015 seien noch 1033 Selbstanzeigen wegen Kapitalanlagen in der Schweiz eingetroffen. Im Jahr 2013 waren es mehr als 2800 gewesen, im Jahr 2014 sogar fast 3500.

Die Zahl der Selbstanzeigen lag dennoch 2015 mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren vor der Hoeneß-Affäre. Der frühere Präsident des Fußballvereins Bayern München, der in diesen Tagen an die Spitze des Vereins zurückkehren soll, hatte im Januar 2013 Steuerhinterziehung im großen Stil offenbart.

Gut ein Jahr später wurde er wegen der Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Januar wurde er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Erfolgreiche Betriebsprüfer

Die mehr als 1000 Selbstanzeigen im vorigen Jahr brachten dem Fiskus Mehreinnahmen von 90 Millionen Euro. Deutlich mehr erzielte die Steuerfahndung in ihren gut 3400 Fällen. Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) bezifferten diesen Betrag auf 468 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen für den Staat. Die regelmäßigen Betriebsprüfungen spülten darüber hinaus 1,63 Milliarden Euro in die Kassen.

Im laufenden Jahr dürften es noch mehr werden. Schäfer sprach von gut 1,1 Milliarden Euro, die allein im ersten Halbjahr erzielt worden seien.

Zu den schwarzen Schafen zählte der Minister besonders viele Unternehmen aus der Security-Branche und der Gebäudereinigung. Hier sei erfahrungsgemäß „die Chance größer“, auf Steuerhinterziehung zu treffen als in anderen Branchen.

Die Finanzämter sollen sich nach Schäfers Ansicht mehr auf die großen Fälle konzentrieren. „Normale Steuerpflichtige“ müssten nach einer Prüfung im Schnitt 60 Euro mehr abführen als von ihnen zunächst angegeben. Bei den großen Steuerfällen sei deutlich mehr zu holen.

In einigen Finanzämtern werden daher Spezialisten zusammengezogen, die sich etwa um „Fälle mit Auslandsbezug“ kümmern. Die Sachgebietsleiterin aus Bad Homburg, Christiane Eisert, berichtete von den Erfahrungen seit 2013. Seither seien 3000 Fälle bearbeitet worden, die dem Fiskus insgesamt 28 Millionen Euro eingetragen hätten.

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