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Hessen Muslime Neue Muslim-Organisation will mitreden

Einer neu gegründeter Landesverband des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) will sich in Zukunft unter anderem auch um den Islamunterricht an hessischen Schulen kümmern. Organisiert wird der Unterricht bis auf weiteres jedoch vom Verband Ditib und der Ahmadiyya-Gemeinde.

Während der Lehrerinnenausbildung noch erlaubt, später nicht mehr: Kopftuch tragen im Unterricht. Foto: Christoph Boeckheler

Eine weitere muslimische Organisation strebt an, als Religionsgemeinschaft in Hessen anerkannt zu werden. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) nennt diese Absicht als Grund dafür, dass er in diesem Monat einen hessischen Landesverband gegründet hat.

Der ZMD-Landesverband werde sich jenen Themen zuwenden, die politisch auf Länderebene geregelt seien, sagte der Pressesprecher der Organisation, Mohammed Khallouk, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Dabei gehe es in erster Linie um Bildungs- und Wissenschaftsthemen. So werde man Stellung nehmen zur Ausbildung von islamischen Religionslehrern oder zur Frage des Kopftuchtragens von Angestellten in der Landesverwaltung sowie von Schülerinnen und Lehrerinnen an staatlichen Schulen.

Islamunterricht will der ZMD zunächst nicht erteilen. Er vertraue momentan darauf, dass der Islamverband Ditib weiterhin Religionsunterricht organisiere. „Langfristig“ sei aber denkbar, dass der ZMD selbst einen entsprechenden Antrag stelle, sagte Khallouk.

Bündnis von 50 Gemeinden

Dem Landesverband des ZMD gehören fünf Verbände an. Sie repräsentieren nach Angaben des Sprechers 50 lokale Gemeinden und Moscheeverbände. Im Herbst hatte Hessen den Islamunterricht für Erstklässler an 27 Grundschulen eingeführt. Die meisten Angebote organisiert der türkisch-islamische Verband Ditib. Daneben erteilen Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde Unterricht.

Nach Angaben des Kultusministeriums wird das Angebot „gut angenommen“. Alle Schulen wollten den Religionsunterricht für die muslimischen Kinder fortsetzen. Im nächsten Schuljahr werde man den Islamunterricht auf etwa 20 weitere Schulen ausdehnen, kündigte Ministeriumssprecher Christian Henkes an. Auch dieser Unterricht werde von Ditib und Ahmadiyya angeboten. Anträge weiterer muslimischer Organisationen lägen nicht vor.

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