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Hessen Luft auch 2017 stark belastet

Die Belastung mit Stickstoffdioxid überschreitet in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt erneut die Grenzwerte. Wo waren die Werte am höchsten?

Luftqualität
Messgeräte erfassen die Feinstaubbelastung. Foto: Martin Gerten/Archiv

Die Luft in Hessen war 2017 etwas weniger mit Stickstoffdioxid belastet als im Jahr davor. Doch noch immer wurde der zulässige Grenzwert an sechs von elf Messstationen überschritten, darunter in Frankfurt und Darmstadt. Das geht aus einer Mitteilung des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Die Daten sind brisant mit Blick auf die Debatte über mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt wegen der überhöhten Werte in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Limburg.

Am stärksten belastet mit Stickstoffdioxid (NO2) war die Luft erneut in Darmstadt an der Messstation Hügelstraße. Dort wurden 52,3 Mikrogramm NO2 gemessen. Erlaubt sind höchstens 40 Mikrogramm.

Grenzwerte an sechs Stationen überschritten

Insgesamt wurde dieser Grenzwert an sechs Messstationen in Hessen überschritten, die vom Landesamt nicht einzeln aufgeführt wurden. Es dürfte sich jedoch um Frankfurt (Friedberger Landstraße), die Wiesbadener Messstationen Ringkirche und Schiersteiner Straße, Limburg (Schiede) und Gießen (Westanlage) handeln.

Dort waren die Grenzwerte in den Vorjahren schon überschritten worden. Das gilt auch für Fulda, Marburg und Kassel. Dort hat sich die Lage 2017 aber derart verbessert, dass die Messungen unter der 40-Mikrogramm-Marke blieben. Bereits 2016 waren in Offenbach und Heppenheim die Grenzwerte unterschritten worden.

Trotz der Verbesserungen stellt das Landesamt fest, dass sich die NO2-Jahresmittelwerte in Hessen insgesamt „auch weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau“ bewegten.

Umweltministerin will Blaue Plakette

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) unterstützt die Forderung der DUH nach Einführung einer „Blauen Plakette“. Sie wäre „die effektivste Maßnahmen zur Senkung der NO2-Belastung“, teilte ihr Ministerium am Montag auf Anfrage mit. Hier sei allerdings der Bund gefragt, die entsprechende Verordnung zu ändern. „Nach den bisherigen Planungen dürfen dann nur noch Fahrzeuge, die die Euro-6-Norm erfüllen, in die Innenstädte einfahren“, hieß es aus dem Hause Hinz.

Am Verwaltungsgericht Wiesbaden soll im Frühjahr über die Klagen der DUH zu Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt verhandelt werden. Das wird aber wohl nicht vor dem 22. Februar geschehen. An diesem Tag befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen der Luftbelastung in Düsseldorf.

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